Berkshire Hathaway ist die ganz grosse Ausnahme. Die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett zählt zu den wenigen Firmen des Sektors, die mit einem Aufgeld auf den Buchwert gehandelt werden. Die allermeisten Beteiligungsgesellschaften werden dagegen mit mehr oder weniger grossen Abschlägen auf ihr Eigenkapital oder das Nettovermögen (NAV) gehandelt.

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.

Das ist logisch. Denn bei Beteiligungsgesellschaften sind oft viele nicht börsennotierte Unternehmen im Portfolio – und die Bewertung solcher Titel ist mit Unsicherheit behaftet. Für dieses Bewertungsrisiko verlangen Anleger einen Abschlag auf das von einer Beteiligungsgesellschaft ausgewiesene Vermögen.

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Heliad: Fast nur Cash und Liquidität

Mag das vom Ansatz her meist richtig sein, so erweist sich ein Risikoabschlag bei Heliad Equity Partners als skurril. Die Beteiligungsgesellschaft aus Frankfurt notiert nämlich nicht nur weit unter dem Buchwert, sondern wird sogar noch mit einem hohen Abschlag auf die Liquidität gehandelt.

Das Portfolio von Heliad besteht fast vollständig aus Cash und börsennotierten Wertpapieren. Die Frankfurter haben geschätzt etwa 2,50 Euro Cash je Aktie im Portfolio und darüber hinaus etwa 8,50 Euro je Aktie in Form von börsennotierten Wertpapieren, konkret Aktien.

So hält Heliad etwa 5,3 Prozent an der börsennotierten Flatex Degiro – Anteil am Heliad-Portfolio etwa 8,10 Euro je Heliad-Aktie – und 3 bis 4 Prozent an der ebenfalls börsennotierten Magforce – Gegenwert etwa 0,40 Euro je Heliad-Aktie.

Die Unterbewertung könnte bald gehoben werden

Insgesamt beträgt der Anteil von Cash und börsennotierten Wertpapieren – und das ist cashähnlich – geschätzt 11,0 Euro je Heliad-Aktie. Dazu kommen noch Beteiligungen der Frankfurter an nicht börsennotierten Unternehmen.

Der gesamte NAV von Heliad dürfte derzeit bei geschätzt 12,40 Euro je Aktie liegen. Mit einem Discount auf den Buchwert von 40 Prozent und auf den Cashbestand von 30 Prozent ist Heliad ungewöhnlich stark unterbewertet.

Das könnte sich bald ändern. Gerüchten zufolge soll Heliad im nächsten Jahr mit der Beteiligungsgesellschaft Finlab verschmolzen werden. Die Chancen stehen gut, dass dadurch der wahre Wert von Heliad gehoben wird.

Heliad Equity Partners

ISIN: DE000A0L1NN5

Gewinn je Aktie 2021e: 2,0 €

KGV 2022e: 3,9

Dividende/Rendite 2020e: -/-

EK je Aktie: 12,40 €

EK-Quote: 98,9%

KBV: 0,6 

Kurs/Ziel/Stopp: 7,80/10,50/5,40 €

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