Den Kauf eines Ferienhäuschens in der Alpenregion muss man sich leisten können. Nicht nur das, Liegenschaften werden auch in den Schweizer Bergorten immer rarer: Man erinnere sich an die Zweitwohnungsinitiative, die 2012 vom Stimmvolk angenommen und seit 2016 in Kraft ist. Seit der Zweitwohnungsanteil gedeckelt ist, gilt in vielen Berggemeinden ein faktisches Bauverbot.

Trotzdem ist der Wunsch nach einer Bleibe in den Bergen bei vielen gross. Eine wachsende Nachfrage trifft also auf ein knappes Angebot. Die Folge: Die Preise schiessen in die Höhe. Zu diesem Schluss kommt auch der neue «Alpine Property Report» der internationalen Immoagentur Knight Frank. Sie hat im Report den Luxus-Immobilienmarkt in insgesamt 26 Bergregionen in der Schweiz, Frankreich und Italien analysiert. «Luxus» bezieht sich hier auf «die begehrtesten und teuersten Objekte im oberen 5-Prozent-Segment jedes Marktes», so die genaue Definition. Blick hat die Übersicht über die wichtigsten Erkenntnisse.

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1 In Andermatt UR haben sich Luxus-Chalets am stärksten verteuert

Luxuriöse Ferien-Immobilien haben sich in der Schweiz besonders stark verteuert. Absoluter Spitzenreiter ist aber der Skiort Andermatt UR mit einem Preisanstieg von durchschnittlich 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf Platz 2 folgt der WEF-Austragungsort Davos GR. Der Bündner Nobel-Skiort St. Moritz belegt den 4. Rang.

Ort Land Preiswachstum (in Prozent) von Juni 2024 – Juni 2025
1. Andermatt Schweiz 14,6
2. Davos Schweiz 10,5
3. Cortina Italien 10,0
4. St. Moritz Schweiz 7,1
5. Méribel Frankreich 7,1
6. Gstaad Schweiz 6,2
7. Alpe d'Huez Frankreich 5,7
8. Villars-sur-Ollon Schweiz 5,1
9. Klosters Schweiz 4,8
10. Val Thorens Frankreich 4,2

Laut Studienautoren gebe es im Luxussegment des Andermatter Immobilienmarktes besonders viele gut betuchte Interessenten aus dem Ausland – insbesondere aus den USA. Dies liege an der «regulatorischen Ausnahmestellung» des Ferienortes. Denn Andermatt liegt ausserhalb der restriktiven Lex Weber, die den Zweitwohnungsanteil in einer Gemeinde auf maximal 20 Prozent beschränkt. Gleiches gilt für die ältere Lex Koller, die den Immobilienkauf durch Ausländer reguliert.

Am wenigsten zogen die Preise in den untersuchten Touristenorten in der französischen Gemeinde Chamonix (plus 0,2 Prozent), Verbier VS (plus 0,5 Prozent) und Val d'Isère (plus 0,7 Prozent) an.

2 Quadratmeterpreise, bei denen einem schwindelig wird

In der Analyse wurde auch ausgewertet, wie viel Wohnfläche du in den jeweiligen Orten für eine Million Euro (umgerechnet 913'150 Franken) bekommst. Wo es in vielen französischen Bergorten noch etwa eine Drei-Zimmer-Wohnung gibt, ist es in manchen noblen Schweizer Skiorten gerade mal eine geräumige Besenkammer. In Gstaad BE bekommt man für diese Summe nämlich bloss 22 Quadratmeter.

Quelle: Knight Frank

Bricht man dies auf die Preise pro Quadratmeter herunter, zahlt man für Luxusimmobilien in Gstaad BE durchschnittlich 41'500 Franken! In St. Moritz sind es 33'805 Franken pro Quadratmeter. Und obwohl sich luxuriöse Liegenschaften in Verbier VS im Vorjahresvergleich nicht so stark verteuert haben, liegt die Gemeinde bei den Quadratmeterpreisen im neuen Bericht auf Platz 3: Pro Quadratmeter zahlst du dort durchschnittlich 29'400 Franken.

3 Schweizer Berge sind bei Arabern besonders beliebt

Die Analyse hat neben den Preisen auch die «Meinungen, Motivationen, Präferenzen und Budgets» von über 570 «vermögenden Privatpersonen» aus elf Ländern abgefragt. Dies liefere wertvolle Einblicke zu den potenziellen Käufern in den Alpenregionen.

Unter anderem wurden diese gefragt, in welchem Land sie am ehesten eine Immobilie in den Bergen kaufen würden. Die Präferenzen variieren je nach Herkunft stark: So sind Interessenten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und China mit grosser Mehrheit an Liegenschaften in den Schweizer Alpen interessiert. 60 Prozent aus den Emiraten geben an, eine hiesige Berg-Immobilie kaufen zu wollen. In China sind es mit 52,3 Prozent ebenfalls mehr als die Hälfte. Auch die Deutschen bevorzugen ein Ferienhaus in der Schweiz gegenüber einer Immobilie in Frankreich oder Italien.

Quelle: Knight Frank
4 Schweizer haben starken «Home Bias»

Was die Grafik auch zeigt: Wir haben einen hohen «Home Bias». Heisst: Die Schweizer mit dem genug schweren Bankkonto interessieren sich vor allem für Immobilien im eigenen Land. Nur 13,5 Prozent der hiesigen Befragten ziehen eher einen Kauf in den französischen oder italienischen Alpen in Betracht. Noch stärker sind lediglich die Franzosen auf ihr Heimatland fokussiert. Knapp 90 Prozent geben an, dass sie am ehesten in ihrem Heimatland kaufen würden.