Seit jeher gehört die Inflation zu den Dauer- und vor allem Reizthemen wirtschaftspolitischer Diskussionen. Kommt sie oder kommt sie nicht? Und wenn ja, wie stark wird sie ausfallen? Ernüchternd kann man feststellen, dass zutreffende Inflationsprognosen wohl zu den schwierigsten Unterfangen überhaupt in der Konjunkturforschung gehören. «In den 30 Jahren, in denen ich in der Finanzbranche tätig bin, lagen die Leute mit ihren Inflationsprognosen eigentlich immer falsch», sagt passend dazu Thomas Lehr von der Vermögensverwaltung Flossbach und Storch gegenüber der «FAZ».

Entsprechend vorsichtig sind daher Inflations-Untergangsszenarien zu interpretieren, die in diesen Wochen und Monaten wieder verstärkt durch die Medien geistern. Trotzdem drängt sich das Thema Inflation für Anlegerinnen und Anleger derzeit zunehmend auf. Denn kurzfristig, da sind sich Expertinnen und Experten einig, wird die Wiedereröffnung der Wirtschaft («Reopening») einen Inflationsschub bringen. Teilweise ist dieser sogar bereits da. So stiegen in der Eurozone im April die Konsumentenpreise mit 1,6 Prozent so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr.