Michael Strobaek hat am Mittwoch mit einem Anlegerbrief auf die aktuelle Entwicklung reagiert: «Furcht sollte nicht über die Anlagestrategie bestimmen», schreibt der oberste Investmentstratege der Credit Suisse.

Denn mit einer allmählichen Wiederherstellung des Vertrauens «in den nächsten drei bis sechs Monaten» sollten die Aktienmärkte den verlorenen Boden wieder gut machen können. 

Und dann «dürften fundamentale Faktoren wieder vermehrt in den Fokus rücken», so Strobaek, «beispielsweise die Dividendenrenditen von Aktien, die insbesondere im Vergleich zu den nun deutlich tieferen Anleihenrenditen attraktiv sind.»

Drei bis sechs Monate?

Das führt zur entscheidenden Frage, die sich nach dem raschen Börseneinbruch der letzten Tage stellt: Wie lange dauert die Korrektur? Wann ist der Boden gefunden? Oder anders: Befinden wir uns in einem Bärenmarkt?

Durchschnittsdauer: über 2 Jahre

Ein Bärenmarkt – beziehungsweise eine Baisse – ist laut den Fachleuten ein Rückgang während mindestens eines Quartals, und zwar muss er deutlich sein: Die Aktien büssen mindestens 15 Prozent ihres Wertes ein (andere sprechen von 20 Prozent).

Die Lage am 10. März 2020: Der SMI lag nach dem Börsenschluss vom Dienstag rund 14 Prozent tiefer als am Ende des letzten Quartals. Und vom Höchststand Mitte Februar war der Index gut 18 Prozent entfernt.

Doch die Erfahrung zeigt: Meist sind Baissen noch etwas deprimierender.

In den USA brachte ein durchschnittlicher Bärenmarkt in der Nachkriegszeit Kursrückgänge von rund 23 Prozent.

In der Schweiz zogen sich die Börsenbaissen, die seit 1928 verzeichnet wurden, im Schnitt über knapp neun Quartale. Und sie brachten in dieser Zeit happige Kursverluste von rund einem Drittel.

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Dabei fielen die zwei Bärenmärkte seit dem Jahr 2000 mit Tauchern von über 50 Prozent speziell schmerzhaft aus. Eine Halbierung innert neun Quartalen – das hiesse, dass der SMI bis Frühjahr 2022 auf auf gut 5500 Punkte herunterdümpelt. 

Aber eben: Die Frage ist immer noch, ob das, was vor uns steht, überhaupt ein ausgewachsenen Bärentier ist.

Oder ob – beispielsweise – die Ausgangslage mit Negativzinsen und Geldüberfluss dazu führt, dass sich die Menschen bald wieder daran erinnern, welches Problem sie noch vor ein paar Monaten hatten. Es nannte sich Anlagenotstand.

(gil – rap)

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