Stellen Sie sich einen Sack Reis vor, der von oben befüllt wird und unten ein kleines Loch hat. Oben wird immer weniger Reis hineingeschaufelt, während das Loch unten immer weiter aufreisst. Egal, wie prall gefüllt der Sack einmal gewesen sein mag, die logische Folge: Irgendwann ist er leer. Ähnlich verhält es sich mit der Schweizer Altersvorsorge: Es rieselt schon längst im System, was irgendwie alle wissen, nur ist es für viele Menschen abstrakt. Den heutigen Pensionären geht es gut, das eigene Rentenalter ist vielleicht noch Jahrzehnte entfernt. Schwer vorstellbar, was da für Einschränkungen in ferner Zukunft warten mögen.

Gleichzeitig verbindet sich mit der Altersvorsorge die Frage nach der Gerechtigkeit. Zwischen den Generationen, den sozialen Schichten, den Geschlechtern. Niemand möchte zu kurz kommen, alle wollen etwas haben dafür, dass sie jahrzehntelang in die Vorsorge eingezahlt haben. Das ist menschlich und verständlich, aber eine schwierige Grundlage für Reformen, die einen breiten Konsens benötigen. Schon heute folgen daraus zwei Fragen: Wie viel müsste jeder und jede in der Schweiz privat sparen, um im Alter den Lebensstandard zu halten? Und was wäre zu tun, um die Risse im Rentensystem zu flicken?