Der Januar ist der Monat der persönlichen Finanzen. Dazu gehört auch, in die Säule 3a einzuzahlen. Zwar bringt so eine frühe Überweisung im Jahr wegen der Mickrig-Zinsen leider kaum noch einen Vorteil punkto Zinsertrag. Trotzdem ist es ratsam, diese Zahlung so schnell wie möglich zu erledigen. Für 2022 beläuft sich der Maximalbeitrag wiederum auf 6883 Franken beziehungsweise 34'416 Franken für Selbständige ohne Pensionskasse. 

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Etwa zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung spart in der Säule 3a. Manche Vorsorgespezialisten bezeichnen sie wegen des langen und zu Disziplin verpflichtenden Sparvorgangs als «erste Bürgerpflicht». Die Bedingungen des 3a-Sparens sind den meisten bekannt: Die Guthaben sind bis auf wenige Ausnahmefälle bis fünf Jahre vor dem regulären Pensionsalter gebunden, dafür bringt die jährliche Einzahlung einen Steuervorteil.

3a-Konten kann man bei fast allen Banken und Versicherern einrichten, wahlweise als Sparplan oder in Form von Wertschriftenanlagen. Im Detail gibt es aber ein paar Punkte beim 3a-Sparen, die weniger bekannt sind und gern übersehen werden. Aber sie können für Sparerinnen und Sparer wichtig sein, um das persönliche Sparen zu optimieren. 

Verheiratete profitieren steuerlich oft stärker

Wegen der Progression ist die Steuerersparnis grösser, wenn das Einkommen höher ist. Bei durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlichen Einkommen spart man bei der vollen jährlichen 3a-Einzahlung zwischen 1000 und 2000 Franken auf der Steuerrechnung. Abhängig ist dies vom Wohnkanton und vom Einkommen. Verdient man deutlich mehr, können sich die jährlichen Steuern um über 2000 Franken reduzieren.

Verheiratete können individuell einzahlen und dann zwei Einzahlungen angeben, da sie gemeinsam gesteuert werden. Dadurch haben sie in den meisten Kantonen einen höheren Grenzsteuersatz: Die Berechnung des Grenzsteuersatzes gibt an, wie sich die Steuerbelastung durch eine Erhöhung oder Reduktion des steuerbaren Einkommens verändert (mehr dazu hier).  

Kapitalgewinne werden indirekt besteuert

Kapitalgewinne - also das, was Aktien oder Fonds im Lauf der Zeit an Wert dazugewinnen - müssen in der Schweiz nicht versteuert werden. Dividenden schon, denn diese werden zum Einkommen dazugerechnet. 

3a-Konten müssen beim Bezug versteuert werden, wobei die Belastung durch diese Kapitalbezugsteuer im Verhältnis zu den Steuerersparnissen über die Jahre tiefer ist. Allerdings: Wenn sich der Wert des 3a-Guthabens durch Wertschriften erhöht hat, müssen diese Beträge mitversteuert werden. Somit werden Kapitalgewinne auf diesem Weg indirekt besteuert - eine nicht ganz unumstrittene Praxis. 

Ob dies für oder gegen 3a-Wertschriftensparen spricht, ist eine individuelle Entscheidung. Die Zürcher Kantonalbank berechnet für einen 38-Jährigen, der schon 30'000 Franken gespart hat und im Jahr 5000 Franken einbezahlt, den Vorteil des 3a-Wertschriftensparens zum einfachen Sparen auf fast 85'000 Franken. Bei einem ausgewogenen Anlagestil kommen bis zum Alter von 65 Jahren statt knapp 165'000 Franken 250'000 Franken zusammen. Selbst bei einer höheren Besteuerung bleibt unter dem Strich mehr übrig. Voraussetzung ist natürlich, dass die Finanzmärkte weiterhin zulegen. Zumindst historisch haben Aktien über längere Frist immer rentiert. 

Eine Frau fuellt eine Steuererklaerung aus. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Zivilstand und Alter sind mitentscheidend beim Sparerfolg.

Quelle: Gaetan Bally/Keystone

Denkbar ist aber auch, 3a-Sparen und Anlegen zu trennen. Das wichtigste bei Wertschriftenanlagen ist, auf tiefe Gebühren zu achten. Anbieter, die günstige börsengehandelte Fonds - sogenannte ETF - im Programm haben, sind günstiger als jene mit herkömmlichen Fonds. App-gestütze 3a-Angebote haben in den vergangenen Jahren viel zur Beliebtheit des 3a-Wertschriftensparens beigetragen. 

Das Alter gibt oft den Ausschlag für oder gegen 3a-Sparen

A propos «erste Bürgerpflicht»: Ja, 3a-Sparen ergibt selbst in Fast-Nullzins-Zeiten für die meisten Sinn. Spardisziplin und Steuerersparnis sprechen dafür. Die immer geringeren Verzinsungen der Pensionskassen (zweite Säule) und langfristig unklare Aussichten bei der AHV (erste Säule) haben privates Sparen (dritte Säule) wichtiger gemacht. 

Je nach Alter und Einkommen bringt 3a-Sparen zumindest bei den Steuern nicht mehr viel. Beispielsweise für Menschen über 50, die über ein geringes Einkommen verfügen - die Rede ist von weniger als 50'000 Franken im Jahr - ergibt sich kaum noch eine Steuerersparnis. Ein Sparhorizont von nur noch etwa 10 Jahren schränkt den Handlungsspielraum ein. Dann lohnt es sich eher, Geld direkt am Finanzmarkt anzulegen.

3a-Versicherungsprodukte sind umstritten

Säule-3a-Sparen wird von Finanzdienstleistern auch in Verbindung mit Versicherungen angeboten. Dabei sind Risiken wie Todesfall oder Invalidität zusätzlich abgesichert. Spezialisten für persönliche Finanzen und Vorsorgeplaner raten von solchen «gemischten» Policen aber mehr und mehr ab. Es besteht beim Einzahlen eine langfristige Verpflichtung. Wer diese vorzeitig beenden will, zahlt drauf.

Beim herkömmlichen 3a-Vorsorge- oder Wertschriftensparen sind die Beiträge freiwillig. In einem für die Sparerin oder den Sparer schlechten Jahr für die persönlichen Finanzen kann auch einmal auf die Einzahlung verzichtet werden. Ausserdem lassen sich 3a-Konten leicht von Anbieter zu Anbieter verschieben. Auch kann man mit den Guthaben zwischen Spar- und Wertschriftenform wechseln. 

Versicherungslösungen sind da unflexibler. Die Lösung: Versicherungen, wenn sie denn nötig sind, lassen sich auch separat abschliessen. 

Die Säule 3a kann mit der Hypothek verknüpft werden

Mit einer Hypothek lässt sich in der Regel nur 65 Prozent des Werts eines Hauses oder einer Wohnung belehnen. Der Rest besteht aus Eigenkapital (mindestens 20 Prozent) und einer so genannten zweiten Hypothek. Im Gegensatz zur ersten Hypothek muss die zweite Hypothek während 15 Jahren oder spätestens bis zum Beginn des Ruhestands zurückbezahlt werden. 

Dies kann in der Form einer direkten Amortisation passieren: Man zahlt Schritt für Schritt zurück. Oder, man amortisiert indirekt. Dann wird Jahr für Jahr auf ein Säule-3a-Konto eingezahlt, das dem hypothekenfinanzierenden Finanzdienstleister als Sicherheit dient. Vor der Pensionierung wird das 3a-Guthaben bezogen und zur Abzahlung der zweiten Hypothek eingesetzt. 3a-Guthaben können aber auch vorher schon zur Amortisation genutzt werden. Die Finanzierung von Wohneigentum ist eines der wenigen Kriterien für einen vorzeitigen 3a-Bezug. 

Der Vorteil des indirekten Amortisierens einer Hypothek ist die 3a-Steuerbegünstigung bei der Einzahlung. Bei der Rückzahlung aus anderen Sparvermögen kommt diese nicht zum Zug. Zudem ändert sich bei der indirekten Amortisation an der Höhe der Hypothekarschuld nichts, was ebenfalls steuerlich von Vorteil ist: Schuldzinsen können von der Steuer abgezogen werden. Der Nachteil indessen ist, dass sich der Hypothekarzins nach einer gleichbleibend hohen Hypothek richtet. 

Die Entscheidung zwischen direkter oder indirekter Amortisierung richtet sich danach, was effizienter ist. Auch hier kommt der Grenzsteuersatz wieder ins Spiel. Bei einem hohen Grenzsteuersatz - 25 Prozent oder mehr - lohnt sich dies eher.

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