Als der Generali-Konzern vergangenen Freitag in Triest seine Ergebnisse präsentierte, interessierten sich die zugeschalteten Analysten und Medienvertreter kaum noch für die Geschäftszahlen. Das Jahr 2019 scheint bereits lange vorbei und alles, was dazu gesagt wurde, erscheint wie ein Bericht aus einer längst vergangenen Zeit. Dazu gehört auch der um 16 Prozent verbesserte Reingewinn und der mit 5,2 Milliarden Euro höchste je gemeldete operative Gewinn von Generali. Von diesem Gewinn wird man einiges den Aktionären zuteilen. Sie sollen pro Aktie 6 Cent mehr erhalten. Die Rekorddividende bei Generali wird zu einer Dividendenrendite von 9 Prozent führen. Das kann in guten Zeiten ein Hinweis auf einen exzellenten Geschäftsgang sein und in schlechten Zeiten ein Alarmsignal.

Solvabilität fällt rasch

Die Analysten der Investmentbank Jefferies haben jedenfalls ihr Aktienkursziel nach der Veröffentlichung der Zahlen von 18 auf 12,50 Euro reduziert. Ihre grösste Sorge gilt der Solvabilität, der Deckung der versicherungstechnischen Verpflichtungen durch das Eigenkapital. Dieser Kapital-Deckungsgrad lag Ende 2019 noch bei 224 Prozent, aber hat sich seither markant verschlechtert. Am 6. März, dem letzten verfügbaren Datum, lag der Deckungsgrad noch bei 200 Prozent – an sich ein guter Wert, aber der Aktienkurs ist seither weiter gefallen. Dass sich die Solvabilität rascher verschlechtert hat als der Aktienkurs, gibt den Analysten dabei am meisten zu denken.