Der operative Gewinn sank um neun Prozent auf 10,75 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern heute Freitag in München mitteilte. Für das laufende Jahr nimmt sich Allianz-Chef Oliver Bäte eine Steigerung auf 11 bis 13 Milliarden Euro vor. Und die Aktionäre können sich für 2020 trotz des Gewinnrückgangs auf eine stabile Dividende freuen.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an. Zum Handelsstart legte die Allianz-Aktie knapp ein Prozent zu. UBS-Analyst Colm Kelly lobte das Zahlenwerk der Münchener. "Überraschend positiv" lautete auch das Urteil von Jefferies-Analyst Philip Kett zum Abschneiden des Versicherers im vierten Quartal. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn ging im vergangenen Jahr zwar um 14 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zurück, übertraf damit aber ebenso wie das operative Ergebnis die Erwartungen von Branchenexperten. Dass die Dividende mit 9,60 Euro genauso hoch ausfallen dürfte wie für 2019, hatte Allianz-Finanzchef Giulio Terzariol bereits im Herbst angedeutet.

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Am Ende summierten sich die Belastungen durch die Pandemie bei der Allianz auf rund 1,3 Milliarden Euro. Der Löwenanteil der Schäden fiel bei Versicherungen gegen Betriebsunterbrechung und den Ausfall von Grossveranstaltungen sowie in der Kreditversicherung an. Hinzu kamen Belastungen durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten. Zudem musste die Allianz einen Umsatzrückgang um gut ein Prozent auf 140,5 Milliarden Euro verkraften. 
Die coronabedingten Belastungen schlugen sich vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung des Konzerns nieder. Dort brach der operative Gewinn um mehr als 13 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro ein. Die dazugehörende Industrieversicherungssparte AGCS musste sogar einen operativen Verlust von 482 Millionen Euro hinnehmen. Beim Kreditversicherer Euler Hermes sackte der operative Gewinn um mehr als drei Viertel auf 107 Millionen Euro zusammen.

Insgesamt verdiente die Allianz im Schaden- und Unfallgeschäft damit praktisch genauso viel wie in der Lebens- und Krankenversicherung, deren operativer Gewinn um gut sieben Prozent auf ebenfalls 4,4 Milliarden Euro sank. Der Konzern erklärte den Rückgang mit dem Verkauf der Allianz Popular in Spanien sowie einer Erhöhung der Schadenreserven in den USA. Besser lief es bei den Fondstöchtern Pimco und Allianz Global Investors (AGI). Die Sparte konnte ihren operativen Gewinn sogar um mehr als fünf Prozent auf knapp 2,9 Milliarden Euro steigern. So hatten Anleger im vergangenen Jahr netto 32,8 Milliarden Euro frisches Geld in die Fonds von Pimco und AGI geschoben. Zum Jahresende verwaltete die Allianz in der Sparte eigenes und fremdes Vermögen im Umfang von fast 2,4 Billionen Euro und damit so viel wie nie zuvor. Davon entfielen 1,7 Billionen auf die Kunden. (awp/hzi/kbo)