Die beiden Versicherungsriesen bieten im Zuge der Kooperation Unternehmen, die ihre Daten in der Google-Cloud speichern, einen erweiterten Schutz vor Hacker-Angriffen und anderen Bedrohungen aus dem Internet. Im Gegenzug bekommen sie von Google vor dem Vertragsabschluss Daten über die Anfälligkeit der Systeme und die Schutzmechanismen ihrer künftigen Kunden, wie die Partner gestern Dienstag mitteilten. "Das ist extrem wichtig. Das sind Daten, zu denen wir als Versicherer traditionell keinen Zugang hatten", sagte Thomas Kang, der bei der Industrieversicherungs-Sparte der Allianz, AGCS, für Cyber-Versicherungen in Nordamerika zuständig ist.

Cyber-Versicherung als Wachstumsfeld

Die beiden Münchner Konzerne sehen die Cyber-Versicherung als Wachstumsfeld. Immer mehr grosse Unternehmer verlagern ihre Daten und selbst wichtige Anwendungen zur Unternehmenssteuerung von eigenen Servern in die Cloud. Zunächst zielen Allianz und Münchener Rück mit der Google-Kooperation auf Unternehmen aus den USA mit Umsätzen zwischen 500 Millionen und fünf Milliarden Dollar ab. Über kurz oder lang sollen kleinere und grössere Firmen sowie Unternehmen in anderen Ländern hinzukommen.

Die beiden Versicherer decken dabei Cyber-Schäden bis 50 Millionen Dollar ab. Anders als bisher können die Kunden aber Umsatzausfälle von bis zu einem Jahr statt bis zu sechs Monaten absichern. Voraussetzung dafür ist, dass sie eine neue Diagnose-Software von Google mit dem Namen "Risk Manager" nutzen. Die Tarife für die Cyber-Versicherung "Cloud Protection +" richten sich dann auch nach den installierten Schutzmassnahmen. (reuters/hzi/kbo)