Auch in den Vertragsbedingungen der Bâloise ist dies von Produkt zu Produkt unterschiedlich geregelt. "Wir bezahlen an Firmen Geld, wenn in den Epidemieversicherungen die Pandemie-Risiken nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurden und gemäss dem individuellen Versicherungsvertrag ein Leistungsanspruch besteht", erklärte Firmenchef Gert De Winter.


Im Grossteil der Verträge gebe es aber eine Deckung und die Bâloise erbringe die Versicherungsleistungen, sagte der Bâloise-Chef weiter. Insgesamt geht die Gruppe von Schadenzahlungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich aus. Der grösste Teil davon ist laut De Winter auf Betriebsunterbrüche zurückzuführen. "Betroffen sind vor allem Gastronomiebetriebe, die aufgrund der behördlich verordneten Schliessung grosse Einbussen verzeichnen und eine entsprechende Versicherungsdeckung haben."


Für den Umgang mit künftigen Pandemien fordert der Bâloise-CEO den Aufbau eines Versicherungspools. "Versicherungen können solche Risiken in Zukunft nicht alleine decken, es braucht eine Branchenlösung mit Einbezug der öffentlichen Hand, eine sogenannte Private Public Partnership." Die Versicherungsbranche und die Politik würden derzeit Gespräche dazu führen. Es müsse aber schnell gehen, sagte De Winter. "Denn die Kosten einer möglichen zweiten Corona-Welle werden die Privatversicherer wirtschaftlich nicht tragen können."

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(awp/hzi/kbo)