Die Schweiz scheint Bancassurance neu für sich entdeckt zu haben. So wurden in den vergangenen Monaten einige neue Kooperationen angekündigt. UBS mit IptiQ und Zurich, Raiffeisen mit Mobiliar – als Nachfolge der der 20-jährigen Vertriebskooperation mit Helvetia –, Neon mit Smile. Jedoch glänzten die bisher im Schweizer Markt vorherrschenden Bancassurance-Kooperationsmodelle nicht gerade durch Einfallsreichtum und Kundenorientiertheit. Sie sind primär durch opportunistische und einfachste Kooperationsmodelle geprägt. Jedoch wird Bancassurance 2.0 nur durch eine tiefe technische Integration der Kooperationspartner tatsächlich jenen Mehrwert liefern können, den Kunden künftig erwarten. Für Konzerne ist diese technische Komponente oftmals kein leichtes Unterfangen, insbesondere wenn die Umsetzung primär auf die hauseigene Entwicklung und Integration setzt.

Aber was hat das mit Friendsurance zu tun? Die machen doch Peer-to-Peer und Handy-Versicherung!

Friendsurance ist wohl eines der frühesten (Gründung in 2010) B2C-Insurtechs im deutschsprachigen Raum gewesen. Allerdings konnte sich das ursprüngliche Kerngeschäftsmodell trotz innovativem Ansatz und diversen Auszeichnungen nicht zum Wachstumsstar in Deutschland durchsetzen.

Autor: 
Daniel Feurstein, InsurTech.Rocks: Experte für Versicherung und InsurTechs mit Fokus auf Strategy—Innovation—Wachstum—Distribution—Transformation—Change—InsurTech—Investment, ist seit mehr als 12 Jahren in verschiedenen Linienfunktionen bei Versicherungen und als Strategieberater für die Assekuranz tätig.

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Nichtsdestotrotz haben es die heute noch aktiven Gründer Janis Meyer-Plath, Sebastian Herfurth und Tim Kunde geschafft – nahezu unbemerkt –, aus Friendsurance eine leistungsstarke und flexible digitale Vertriebs- und Bancassurance-Plattform zu machen. Dabei lernten und lernen sie nach wie vor aus dem fortlaufenden Betrieb des hauseigenen B2C-Endkundengeschäfts. Mit diesen tiefen Einblicken darüber, was Kunden wollen, sind sie einer der ganz wenigen B2B-Digital-Lösungsanbieter, denen der Geschäftskunde nicht zunächst erklären muss, wie das Business funktioniert.

«Das traditionelle Bancassurance-Modell über die Bankfilialen ist heute in Europa ein wenig wahrgenommener, aber sehr volumenstarker Distributionskanal für Versicherungen, mit mehreren hundert Milliarden Euro an Beitragsvolumen. Trotz dieser beeindruckenden Grösse ist nach unserer Einschätzung das Potenzial von wirklich digitaler Bancassurance langfristig ungleich grösser, wenn über sinnvolle Integrationen auch die enorme Datenfülle, hohe Interaktionsfrequenz und Komfort aus Online- und Mobile-Banking in voller Breite genutzt werden», ist Tim Kunde überzeugt.

Der Bedarf nach digitalen Bancassurance-Lösungen auf Kundenseite ist da. Insbesondere durch die Payment Service Directive 2 (PSD2) sind auch die regulatorischen Rahmenbedingungen geschaffen. Doch ist die Entwicklung von Bancassurance-Plattformen, bei denen Versicherung und Banking verzahnt werden, für Banken und Versicherungsunternehmen mit erheblichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden und scheitern oftmals an der Komplexität.

Vor diesem Hintergrund fokussierte sich Friendsurance und bietet Banken und Versicherern heute folgende Lösungen:

  • Eine skalierbare und modulare Technologie-Plattform, die sich schnell und nahtlos in die eigenen Systeme integrieren lässt.
  • Erprobte Features, um Versicherungen voll digital zu verwalten und zu optimieren.
  • Eine automatisierte Analyse von Kundenbedürfnissen, Deckungslücken und Optimierungspotenzialen.
  • Ein komplettes Service-Center, das zusätzlich zum 1st und 2nd Level Support eine breite Palette von CRM-Dienstleistungen umfasst, die ein verbessertes Kundenerlebnis ermöglichen.
  • Unterstützung bei der der Digitalisierung weiterer Vertriebskanäle (z. B. Agenturen).

«Im Jahr 2020 wollen Kunden ihre Finanzangelegenheiten schnell, einfach und effizient erledigen und sind nicht länger bereit, sich umständlich in verschiedene Portale einloggen zu müssen, wo sie jeweils nur einen kleinen Ausschnitt ihrer Finanzen überblicken können», sagt Tim Kunde. Nach einer repräsentativen YouGov-Umfrage in Deutschland möchten 52 Prozent der Kunden ihre Versicherungsverträge direkt aus ihrem Online-Banking heraus verwalten. «Der Wunsch nach digitalen Lösungen wird durch die Corona-Pandemie sogar noch verstärkt», erklärt Kunde.

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Die Friendsurance-Plattform integriert und nutzt hierzu Bankkonto-Daten, Versicherungs-Verträge (inkl. Fremdverträge), Interaktionen und Nutzungsverhalten, um relevante Ableitungen treffen zu können. Im Kern stecken komplexe Algorithmen, die selbstverständlich automatisiert Datenpunkte interpretieren und Handlungsempfehlungen direkt an den Endkunden oder den Verkaufsberater aussteuern.

So können beispielsweise aus den Kontobewegungen Informationen über bereits bestehende Versicherungsverträge – wie der Name des Versicherungsunternehmens, die Versicherungsscheinnummer und der Versicherungsbeitrag – direkt in eine digitale Versicherungsübersicht übertragen werden. Und auch wichtige Lebensereignisse werden erkannt, wie zum Beispiel die Geburt eines Kindes, wenn neue Kindergeldzahlungen eingehen, oder ein Umzug, wenn Zahlungen an einen neuen Vermieter abgehen. Solche Lebensereignisse haben einen grossen Einfluss auf das Leben des Kunden und machen es mitunter notwendig, dass der Versicherungsschutz angepasst wird. 

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Verschiedenste Integrationen von Friendsurance im deutschen Versicherungsmarkt zeigen zudem die vielseitige Einsetzmöglichkeit der Plattform auf (R+V Konzern, Deutsche Bank und Allianz/HVB - https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/versicherer-die-allianz-durchsucht-die-bankkonten-1.4917182). So integrierte Friendsurance für den R+V Konzern den VR-Versicherungsmanager als Angebot für die 875 Volksbanken Raiffeisenbanken mit mehr als 30 Millionen Kunden in Deutschland.

Für die Deutsche Bank betreibt Friendsurance den Sachversicherungsmakler für 6 Millionen Kunden der Deutschen Bank. Dabei nutzt Friendsurance neben der digitalen Plattform auch die hauseigene Abwicklungs- und Prozessfähigkeit für die gesamte Abwicklung der Transaktion von Antrag über Abschluss bis hin zur Schadenregulierung (https://www.db-versicherungsmanager.de):

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Quelle: ZVG
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Friendsurance beweist mit den Kundenbeispielen im deutschen Bancassurance-Markt einen sehr hohen Reifegrad und hat sich für mich mit den oben aufgezeigten Beispielen gefestigt. Weitere grosse Kooperationen mit Partnern aus den Top 10 der Banken und Versicherungen in Deutschland sind in der Testphase. Ausserdem treiben Janis Meyer-Plath, Sebastian Herfurth und Tim Kunde die Expansion in die Schweiz, nach Österreich und in weiterer Folge in den gesamten EU-Raum voran. 

Für mich eine der vielversprechendsten Bancassurance-Lösungen am Markt, die es versteht, sowohl Endkundenbedürfnisse als auch Vertriebspartnerbefähigung digital zu ermöglichen.