«Vier Faktoren machen mir Sorgen: Der Krieg in der Ukraine, die Inflation, Cyber-Angriffe und das Risiko einer Mangellage», gibt Michèle Rodoni, CEO der Mobiliar, in ihrem Ausblick auf die kommenden Monate an. Was die vergangenen Monate angeht, zeigt sich die Mobiliar zufrieden mit dem erwirtschafteten Jahresergebnis 2021: Der Gewinn wurde um fast 40 auf 475 Mio. Franken gesteigert, das Prämienvolumen erhöhte sich um über 5 Prozent auf 4,3 Mia. Franken, wobei sich hier das Leben-Geschäft als Zugpferd erwies – denn hier stieg das Prämienvolumen gleich um 8 Prozent. 

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«Die Mobiliar setzte ihren Wachstumskurs auch im zweiten Pandemiejahr fort», hiess es von der Versicherungsgesellschaft. «Zum anhaltenden Erfolg trug eine attraktive Angebotspalette mit innovativen und verständlichen Produkten sowie eine starke Vertriebsorganisation bei». In einigen Linien sieht man sich als Marktführer. Auch im hart umkämpften MF-Bereich stieg der Marktanteil leicht auf 17,4 Prozent. «Wir sehen, wozu unser Unternehmen in der Lage ist, vor allem wenn man die erschwerenden Faktoren berücksichtigt», sagt CEO Michèle Rodoni. 

Als weitere Neuerung kündigt der Versicherer noch für dieses Jahr eine Wetterversicherung zur Abdeckung von Ernteausfällen an. Man testet das Produkt derzeit noch, es soll aber im Laufe des Jahres in der ganzen Schweiz angeboten werden. 

Fünfmal höheres Schadenvolumen

Von den hohen Unwetterschäden war man nicht gefeit: Die Mobiliar-Mitarbeitenden hatten insgesamt 72'000 Schäden zu regeln, das Fünffache des gewohnten Volumens. Sichtbar ist das beim verschlechterten Combined Ratio im Nicht-Leben. Diese Kombination von Kosten- und Schadensatz stieg von 90,6 auf 92,4 Prozent. Wenn der Wert 100 erreicht wird, verdient eine Gesellschaft im engeren Versicherungsgeschäft kein Geld mehr. Hilfreich war deshalb auch ein robustes Finanzgeschäft, bei dem der Ergebnisbeitrag mit 450 Mio. Franken deutlich über dem Vorjahr war. Haupttreiber waren die Aktien, bei denen «beträchtliche Realisierungsgewinne» verbucht werden konnten. Aus den Kapitalanlagen resultierte insgesamt eine Anlagerendite von 2,3 Prozent, ein Stück mehr als im Vorjahr, als man noch 1,7 Prozent erzielt hatte.

Kunden profitieren

Die Gewinne will man teilweise den Kundinnen und Kunden zurückgeben: Ab Mitte 2022 bekommen die Policenhalter mit Fahrzeug- und Betriebsversicherungen eine Prämienvergünstigung für ein Jahr. Kundinnen und Kunden mit einer Reiseversicherungen sollen einen Rabatt von 20 Prozent bekommen. So will man insgesamt 180 Mio. Franken an die Versicherten zurückgeben. Nach den Erfahrungen des Katastrophenjahres 2021 will man mit Präventionsmassnahmen den Schutz vor Naturgefahren verbessern.