Dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) sind im ersten Halbjahr 10'234 Fälle von Cyberkriminalität gemeldet worden. Diese starke Zunahme im Vergleich zu 2020 ist gemäss Mitteilung auf eine hohe Zahl von Fällen von Fake-Sextortion oder Phishing zurückzuführen.

Erpressung und Suche nach Kontodaten

Als Fake-Sextortion bezeichnet man eine bestimmte Art von Erpressungsversuch. Die Täter behaupten in einer E-Mail jeweils, dass sie Foto- oder Videomaterial gesammelt haben, das den Mail-Empfänger während eines angeblichen Besuchs auf pornografischen Websites zeigen soll. Die Erpresser drohen mit der Veröffentlichung des Bild- oder Videomaterials, wenn eine geforderte Lösegeld Zahlung nicht innerhalb einer bestimmten Frist bezahlt wird.

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Unter Phishing versteht man die unrechtmässige Beschaffung von persönlichen Daten über gefälschte Websites, E-Mails oder Kurznachrichten. Die Täter verfolgen das Ziel, an Kontodaten zu gelangen oder einer Personen in anderer Art und Weise zu schaden.

Weiter zur hohen Zahl beigetragen habe aber auch das neue Meldeformular des NCSC und dessen «prominente Platzierung auf der Startseite» der Behörde, hiess es weiter in der Mitteilung.

Fake-Anrufe von Microsoft

Weitere häufig gemeldete Betrugsarten sind CEO Betrug und Fake Support Anrufe, wie im Halbjahresbericht steht. Bei einem CEO Betrug handelt es sich um eine angeblich dringende Zahlungsaufforderung vom Chef oder Präsidenten. Typischerweise ist der Chef oder Präsident für Rückfragen telefonisch nicht erreichbar.

Bei Fake Support Anrufen gibt sich eine Person als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin einer IT-Firma aus und gibt vor, dass der Computer verseucht sei und repariert werden müsse. Dazu müsse eine Software installiert werden. Laut NSCS geben sich die Anrufer meist als Microsoft-Mitarbeitende aus.

Zu den Delikten mit typischerweise hohen Schadenssummen gehören Investitionsbetrug. Dem NCSC wurden im ersten Halbjahr 252 Fälle gemeldet, in 38 Fällen sei es zu einem finanziellen Verlust gekommen. (awp/sda/hzi)