Grund für die Klage des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Berlin (VZB) sind Verluste von 1,1 Milliarden Euro durch riskante Investitionen wie in ein insolventes Versicherungs-Startup und eine Garnelenfarm. Das VZB reichte die Klage Anfang dieses Monats beim Berliner Arbeitsgericht ein, teilte eine Sprecherin des Gerichts in einer per E-Mail übermittelten Erklärung mit, ohne die Höhe der geforderten Summe zu nennen. Die Klage bezieht sich auf mutmassliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit der Investition des VZB in das Versicherungs-Startup Element, das im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet hatte, sagte eine der Personen. Das VZB könnte die Klage gegen Ralf Wohltmann in Zukunft auf andere Investitionen ausweiten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person, die darum bat, bei der Erörterung eines laufenden Verfahrens anonym zu bleiben. Der Fonds lehnte eine Stellungnahme ab, während ein Anwalt von Wohltmann nicht sofort auf Anfragen nach einer Stellungnahme reagierte.
Das VZB, das mehr als 10.000 Zahnärzte im Grossraum Berlin und in der Stadt Bremen betreut, gab bekannt, dass es Verluste in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro zu verzeichnen hatte, nachdem viele ihrer Investitionen – darunter die Beteiligung an einer Garnelenfarm – schiefgelaufen waren. Ende 2024 verwaltete das VZB ein Vermögen von rund 2,2 Milliarden Euro. Der Verlust ist das bislang deutlichste Beispiel für eine sich langsam ausbreitende Krise, die mehrere deutsche Pensionsfonds erfasst hat, die Geld in undurchsichtige und riskante Bereiche der Finanzwelt gesteckt haben, um die durch jahrelange extrem niedrige Zinsen geschwächten Renditen zu stützen. Einige dieser Strategien haben seit dem Anstieg der Zinsen grosse Verluste erlitten.
