Viele Industrien und Unternehmen suchen nach umweltfreundlichen Energiequellen, um die Emissionen ihrer Produkte oder Betriebsabläufe zu reduzieren, was die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien sprunghaft in die Höhe schnellen lässt. In einem aktuellen Bericht von McKinsey & Company wird geschätzt, dass die weltweite Nachfrage nach Lithium-Ionen-Akkuzellen bis 2030 jährlich um fast 30 Prozent zunehmen wird - von 700 auf 4'700 GWh. Der Grossteil dieser Nachfrage wird vor allem aus China und Europa kommen, wobei die meisten Zellen im Automobilsektor eingesetzt werden dürften. Dementsprechend werden Lithium-Ionen-Batterien in Zukunft einen grossen Teil des Portfolios von Frachtunternehmen ausmachen.

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Über den Autoren

Guney Celik ist seit 2022 Marine Manager Central Region bei Chubb.

Schwierigkeiten bei der Risikoplatzierung

Mit der steigenden Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien hat man in den letzten Jahren festgestellt, dass Broker Schwierigkeiten hatten, die mit den Batterien verbundenen Risiken zu versichern. Im Transportsektor herrscht eine gewisse Vorsicht bei der Versicherung von Lithium-Ionen-Batterien aufgrund der weit verbreiteten, aber vielleicht ungerechten Annahme, dass sie ein erhöhtes Brandrisiko darstellen. Diese Angst wird durch Umstände ausgelöst, die an sich nichts mit dem Frachtgeschäft zu tun haben. Lithium-Ionen-Batterien, die in die ganze Welt verschifft werden, sind in der Regel neu, vom Originalhersteller verpackt und in einem niedrigen Ladezustand.

Darüber hinaus können diese Batterien sehr unterschiedliche Zusammensetzungen und Ausmasse haben, was sich auf ihr Risikoprofil auswirkt. Missverständnisse über die Risiken von Lithium-Ionen-Batterien führten jedoch in der Vergangenheit dazu, dass es auf dem Versicherungsmarkt an Kapazitäten für die Bereitstellung von Versicherungsleistungen mangelt. Diejenigen Syndikate und Versicherer, die bereit waren, eine Versicherung anzubieten, mussten aufgrund der Komplexität des Themas viel Zeit und Ressourcen investieren.

Vertiefte Analyse der Risiken 

Chubb erkannte die Dringlichkeit einer Lösung, damit Risiken von Lithium-Ionen-Batterien bei steigender Nachfrage leichter platziert werden können. Zu diesem Zweck musste Chubb umfangreiche Nachforschungen zu den komplexen Risiken und den Möglichkeiten durchführen, wie der Markt am besten unterstützt werden können. Zunächst wandte man sich an die eigenen Risk Engineers und die Underwriting-Teams im Transport- und Sachversicherungsbereich. Letztere hatten bereits Forschungsergebnisse zu Lithium-Ionen-Batterien veröffentlicht, so dass Chubb über die damit verbundenen Risikoprofile informieren und Richtlinien für das Underwriting erstellen konnten. Als sich die Praxis entwickelte und sich herumsprach, dass Chubb Risiken aus Lithium-Ionen-Batterien in Betracht zog, verzeichnete Chubb immer mehr Anfragen und war schliesslich führend bei Lloyd's. Um der steigenden Nachfrage auch in Zukunft gerecht zu werden, damit die Platzierung von Lithium-Ionen-Risiken erleichtert wird, hat Chubb 2023 ein Konsortium gegründet.

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Das Lloyd's Lithium-Batterie-Konsortium

Das von Chubb geführte Konsortium besteht aus 11 Syndikaten, die Geschäfte bis zu 50 Millionen US-Dollar zeichnen, wobei Chubb das Underwriting und das Risikomanagement im Namen der unterstützenden Märkte übernimmt. Es bietet Unternehmen - unabhängig davon, wo sie sich in der Lieferkette für Lithium-Ionen-Batterien befinden - eine Versicherungslösung, zu der sie bisher nur schwer Zugang hatten. Durch das Konsortium will Chubb sicherstellen, dass Kapazitäten für die Branche zur Verfügung stehen und man sich an die Bedürfnisse aller Kunden anpassen kann. Dies umfasst je nach Bedarf das reine Transportgeschäft, überschüssige Lagerbestände, Lagerumschlag, Lagerhaftpflicht und Frachthaftpflicht.