Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa veröffentlichte am 17.12.20 ihre Vorschläge zur Überarbeitung des Kapital- und Aufsichtsregelwerks "Solvency II". Dabei geht es um eine veränderte Berechnung der zu erwartenden Zinsentwicklung und die daraus folgende Bewertung der Verpflichtungen, die die Versicherer künftig zu schultern haben. Die Eiopa kann die neuen Regeln aber nicht selbst beschliessen. Die Vorschläge dienen lediglich als Grundlage für die Beratungen und Entscheidungen der politischen Gremien der Europäischen Union.

Die Branche in Deutschland zeigte sich mit den Empfehlungen nicht zufrieden. Wenn die Vorschläge umgesetzt würden, müssten die europäischen Versicherer auf Dauer in erheblichem Masse zusätzliches Kapital für langfristige Zins- und Kapitalmarktrisiken aufbauen, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit. Dadurch könnten sie weniger zu europäischen Projekten wie der Kapitalmarktunion und dem Green Deal beitragen. Positiv wertete der Verband die vorgesehenen Erleichterungen bei den Berichtspflichten. "Das spart nicht nur Kosten, sondern setzt wichtige Managementressourcen frei, die bislang durch bürokratische Prozesse ohne Mehrwert gebunden sind", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen laut Mitteilung. (awp/hzi/kbo)