In einer Blitzumfrage haben wir die Schweizer Versicherern gefragt, wie sich die Corona-Pandemie voraussichtlich auf ihre finanzielle Situation und das Geschäftsergebnis des aktuellen Jahres auswirken wird und welche Massnahmen die Unternehmen bereits getroffen haben, um Kunden und Mitarbeitende zu schützen und der Pandemie entgegen zu wirken. Hier die Antworten:

Allianz

Die Allianz ist gut genug diversifiziert, sowohl geographisch als auch nach Geschäftssegmenten, um die Folgen des Covid-19-Ausbruchs zu bewältigen. Die unmittelbaren Auswirkungen auf die Rentabilität sind begrenzt und konzentrieren sich auf das Property & Casualty-Segment. Unsere Rentabilitätsaussichten für das operative Ergebnis 2020 bedürfen derzeit keiner Revision. Es ist verfrüht, über mittel- und längerfristige Folgen zu sprechen, da die Form und der Zeitpunkt der wirtschaftlichen Erholung derzeit noch unklar sind ("V"- oder "U"-Form der Erholung), und von der Reaktion der Regierungen, supranationalen Institutionen und Zentralbanken abhängen.

Da mittlerweile mehr als 100 Länder vom Coronavirus betroffen sind und die Zahl der Infektionen in Europa steigt, kombiniert die Allianz wirksam Eindämmungsmassnahmen mit Gegenmassnahmen, um die Sicherheit der Mitarbeiter so weit wie möglich zu gewährleisten und die Geschäftskontinuität zu sichern. In allen Ländern, insbesondere in den derzeit am stärksten betroffenen, hat die Allianz Massnahmen ergriffen, zu denen es gehört, dass die Mitarbeiter nach Möglichkeit von zu Hause aus arbeiten. Darüber hinaus wurde das Reiseverbot ausgedehnt. Unser globales Incident Management wird die Auswirkungen auf die Allianz weiterhin genau beobachten und Informationen über etwaige Änderungen der Situation austauschen.

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Axa

Für die AXA ist es noch viel zu früh, um die Auswirkungen dieser globalen Gesundheitskrise abzuschätzen. Vorerst beobachten wir die Entwicklung der Situation aufmerksam.

Bei der AXA gilt die verbindliche Empfehlung, dass alle, die in ihrer Funktion von zuhause arbeiten können, nach Rücksprache mit ihren Vorgesetzten bis auf Weiteres überwiegend oder ständig von zuhause aus arbeiten. Zudem kommen verschiedene Rotationsmodelle (Büroarbeit und Home Office) bei Teams zur Anwendung, bei denen das arbeiten vor Ort unabdingbar ist. Spezielle Regelungen gelten für Mitarbeitende, welche gemäss bisherigen Erkenntnissen bei einer Infektion mit dem Corona-Virus ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben, also zu einer Risikogruppe gehören. Diese Personengruppe kommt nicht mehr ins Büro.

Baloise

Wir können aktuell nur sehr vage Aussagen zu einem Einfluss auf das Geschäftsergebnis für das Jahr 2020 machen. Aktuell gehen wir von einem Einfluss eines tiefen zweistelligen Millionenbetrags aus.

Für die Baloise haben der maximale Schutz ihrer Mitarbeitenden und die Erfüllung der Kundenanliegen in dieser ausserordentlichen Situation höchste Priorität. Deshalb werden seit einigen Wochen stufenweise Schutzmassnahmen umgesetzt, die mindestens den Vorgaben des Bundes entsprechen

Mobiliar

Zu den finanziellen Auswirkungen äussern wir uns gegenüber den Medien am 7. April an unserer Bilanzmedienkonferenz. In welcher Form diese stattfinden wird, ist noch offen.

Die Mobiliar hat seit dem 17. März bis auf weiteres alle Standorte für das Publikum geschlossen: Generalagenturen, Agenturen, Support-Center und die Direktionsstandorte in Bern, Nyon und Zürich. Wir sind aber unverändert für unsere Kundinnen und Kunden da und halten unseren Service auch unter erschwerten Bedingungen so gut wie möglich aufrecht.

Um das Ansteckungs- und Ausfallrisiko zu minimieren, hat bereits letzte Woche über die Hälfte unserer Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegt.

Vaudoise

Da wir noch nicht wissen, wie lange die Pandemie andauern wird, ist diese Frage schwer zu beantworten. Die Situation wird aber mit Sicherheit Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung haben.

Zum Schutz unserer Mitarbeitenden, unserer Kunden sowie unserer Partner bleiben seit dem 16. März 2020 (mittags) sowohl unser Geschäftssitz als auch unsere Agenturen geschlossen. Wir haben unsere Mitarbeitenden schon vor einigen Jahren mit Laptops ausgestattet. So können sie von zuhause arbeiten. Das Homeoffice wurde ausgeweitet und wir stellen unseren Mitarbeitenden zusätzliche Ausrüstung wie z. B. Bildschirme zur Verfügung. Am 13. März 2020 hatte die Vaudoise bereits entsprechend der Empfehlung des BAG verfügt, dass Mitarbeitende, die keine Kinderbetreuung organisieren konnten, im Homeoffice arbeiten dürfen, um ihre Kinder zu betreuen.

Swisslife

Für eine Aussage zu den Auswirkungen auf den Geschäftsgang und das Geschäftsergebnis 2020 ist es zu früh. Für Swiss Life sind die grössten Effekte über die Auswirkungen an den Finanzmärkten spürbar. Diese Risiken managen wir im Rahmen unserer kontinuierlichen Asset- und Liability-Prozesse. Swiss Life verfügt über ein gut diversifiziertes Anlageportfolio mit hoher Bonität. Das Aktien-Portfolio ist abgesichert, die Netto-Aktienquote betrug per 31.12.2019 nur 4,1%.

Wir evaluieren die Situation in der Schweiz täglich. Unsere Mitarbeitenden informieren wir stets über die jüngsten Entwicklungen und haben sie auch betreffend Hygienemassnahmen und Social Distancing schon früh und kontinuierlich sensibilisiert, dies auch im Umgang mit Kunden. Als eine der ersten Massnahmen haben wir die Mitarbeitenden, die aufgrund ihrer medizinischen Vorgeschichte oder aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören, dazu angehalten, komplett auf Home-Office umzustellen. Interne, funktions- und länderübergreifende Meetings werden nur per Telefon oder Videokonferenz abgehalten, und auch bei Kundenkontakten kommen diese Mittel zum Einsatz.

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Swiss Life arbeitet am Standort Schweiz seit dieser Woche im erweiterten Home-Office-Konzept, dass heisst ein Grossteil der Mitarbeitenden arbeiten zu Hause arbeiten.

Zurich

Um die Ausbreitung des Coronavirus möglichst zu bremsen, hat Zurich Schweiz bereits vor zwei Wochen mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden ins Homeoffice geschickt. Jene Kollegen, die weiterhin ins Büro kamen, arbeiteten immer in der gleichen Personenkombination. Seit Dienstag (17.03.) arbeiten mit ganz wenigen Ausnahmen sämtliche Mitarbeitenden von zu Hause aus. Im Büro arbeiten nur noch Personen, die für die operative Tätigkeit von Zurich Schweiz zwingend im Büro arbeiten müssen. Zurich hält sich an Behördenempfehlungen und entscheidet situativ über allfällige weitere Schutzmassnahmen.