Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort auf die Frage, ob sie schon immer Karriere machen wollte. «Ja. Vom ersten Tag an in meiner KV-Lehre. Als ich die verschiedenen Rollen in der Agentur gesehen habe. Die Verantwortung, das Daily Business und die personalbezogenen Aufgaben — es war wie Liebe auf den ersten Blick», verrät die Innerschweizerin.

Jung in die Führungsposition

Dennoch: dass es so schnell geht, hätte sie nicht gedacht. Bereits mit 22 Jahren wurde sie stellvertretende Leiterin des Customer Care Teams im Frontoffice von Generali und mit 25 folgte die Beförderung zur Teamleiterin Backoffice. «Als ich für diese Position angefragt wurde, konnte ich kaum glauben, dass ich jetzt schon die Chance dafür erhalte», sagt sie. Dieser Schritt sei ein grosser Meilenstein in ihrem Berufsleben. Sie wirft einen Blick zurück und schildert, wie alles begann.     

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Nach der KV-Lehre mit berufsbegleitender Matura wollte sie gerne bei Axa, ihrem Lehrbetrieb, bleiben. Nicht nur die Versicherungsbranche hatte es ihr angetan. Auch das Team in der kleinen Agentur in Sursee war ihr ans Herz gewachsen. Doch es hat nicht sollen sein und so bewarb sie sich bei Generali als Customer Consultant. «Das war mein Glück, denn ich durfte schnell mehr Verantwortung übernehmen und als Subject Matter Expert in verschiedenen Projekten mitwirken», erklärt Amina Drustinac. So ergab es sich, dass sie beispielsweise in prozess- und fachspezifische Themen involviert wurde, neue Mitarbeitende schulen durfte und dank ihrem vielseitigen Wissen und ihren Fähigkeiten zum Customer Consultancy Specialist und zur stellvertretenden Teamleiterin aufstieg. 

Aktuell fungiert die 26-Jährige in einer Doppelrolle und trägt die Verantwortung für zwei verschiedene Teams; Team Leader Customer Care Backoffice und seit September 2022 ad Interim Leiterin der Frontoffice Crew, weil der Chef dieses Teams im Unternehmen eine andere Aufgabe übernommen hat.

Den Mehrwert im Blick

Für Amina Drustinac sie ist die zweigleisige Führung keine Zusatzbelastung, wie sie sagt. Im Gegenteil: «Ich kann viel davon profitieren, bin mit beiden Kundenservice-Welten verbunden und verliere den Anschluss nicht an Veränderungen, die sich im Inbound, wo ich selbst lange Zeit gearbeitet habe, abzeichnen», sagt sie. Zudem habe sie so beide Ansichten und sehe, wo durch Optimierungen sowohl den Kunden als auch dem Unternehmen Mehrwert entstehe.

Eine Aufgabe, die Amina Drustinac auf keinen Fall missen möchte, ist das Analysieren. «Ich bin ein kleiner Kontrollfreak und liebe Zahlen, Fakten, Daten», erklärt sie ihre Vorliebe zu dieser Arbeit. «Wenn ich nicht genügend Grundlagen für eine Entscheidung vor mir liegen habe, dann recherchiere ich und hole sie ein». Sie identifiziert sich eindeutig als «der blaue Persönlichkeits-Typ» – bedacht, analytisch denkend und jemand, der vollständige Informationen will, vergleicht und hinterfragt. Dann erst wird entschieden. Wobei – sie überlegt kurz – im Privaten überlasse sie oft dem Bauchgefühl den Vorrang.

Auch bei ihren Mitarbeitenden stehen nicht die harten Fakten im Vordergrund. «Ich glaube an das Gute im Menschen und schenke von Anfang an viel Vertrauen», sagt die Teamleiterin. Sie selbst habe von ihren Vorgesetzten dasselbe erfahren. Auch, als sie im Januar 2022 neu in die Rolle als Team Leader Customer Care Center schlüpfte. «Ich hatte freie Hand, das Konzept für den Change, der im Rahmen der Unternehmensentwicklung auch mein Team betrifft, auszuarbeiten», erklärt sie und freut sich, dass sie für die Umsetzung grünes Licht erhalten hat. «Wir sind inmitten dieser Transformation und es macht mir richtig Spass». 

Was sie vor allem gelernt hat in den letzten Jahren ist, Kritik anzunehmen und nicht allen gefallen zu wollen. Als Kind sei sie ein «people pleaser» gewesen und wollte es allen recht machen. Manchmal dringe das noch durch – gibt sie mit ihrer ehrlichen Art zu – aber sie hätte gut gelernt, damit umzugehen und die positiven Rückmeldungen bestärken sie darin. Sie ist ein Mensch, der gerne lernt und sich nicht nur menschlich, sondern auch fachtechnisch weiterbildet.

Eben erst hat sie die Ausbildung zur diplomierten Versicherungswirtschafterin HF abgeschlossen und für das nächste Jahr steht der Master of Insurance an. Das erstaunt nicht, wenn man ihre Lebenseinstellung kennt: «In jungen Jahren alles, was möglich ist, durchzuziehen, damit ich mich im Alter zurücklehnen kann, ohne etwas verpasst zu haben». Also am liebsten alles auf einmal. 

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