Der Zeitpunkt für die Veröffentlichung der 5. Auflage des Allianz Trade Global Survey 2026 hätte kaum aktueller gewählt werden können angesichts der sich überschlagenden Ereignisse im Nahostkonflikt. In einem Mediengespräch sah sich Björn Griesbach, Head of Macroeconomic and Capital Markets Research beim weltweiten Marktführer für Kreditversicherungen, bestätigt in der Einschätzung, dass es sich beim Irankrieg eher um einen zeitlich begrenzten Konflikt handeln dürfte. Im Gegensatz zum Ukraine-Krieg und dem von US-Präsident vor einem Jahr verkündeten «Liberation Day», die durch die damit verbundenen Sanktionen oder Zollerhöhungen zu strukturellen Umbrüchen in der Weltwirtschaft geführt hätten.
Wachstumsaussichten bleiben positiv
Diese Ansicht teilen offensichtlich die für den Survey rund 6'000 befragten Unternehmen aus 13 Ländern (Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Polen, Singapur, Spanien, Vereinigten Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, USA und Vietnam), die zu ihren Erwartungen bei Exporten, Welthandel und Lieferketten befragt wurden – in zwei Wellen, vor und nach dem Ausbruch des Krieges. Die vor dem aktuellen Hintergrund doch etwas überraschende Erkenntnis: Rund 75 Prozent der Exportunternehmen rechnen länderübergreifend weiterhin mit positivem Wachstum. Damit sank das Vertrauen gegenüber der letztjährigen Umfrage um lediglich 6 Prozentpunkte. Nach der Verkündung der Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump im Rosengarten des Weissen Hauses vor fast exakt einem Jahr waren die Wachstumsaussichten noch um 40 Prozentpunkte eingebrochen. Deutsche Exporteure zeigten sich in der aktuellen Umfrage mit 83 Prozent sogar optimistischer als die anderen Länder.

