Darum geht's
  • Immer mehr Menschen entscheiden sich bei der Pensionierung für den Kapitalbezug oder eine Mischform aus Rente und Kapitalauszahlung, da sie damit selbst über ihre Anlagen entscheiden können und steuerliche Vorteile geniessen.
  • Diese Wahl birgt jedoch Risiken, da die Rentner selbst für die Investition ihres Kapitals verantwortlich sind, was zu möglichen Verlusten führen kann.
  • Die lebenslange Rente bietet hingegen mehr Sicherheit, da sie eine konstante monatliche Auszahlung garantiert.
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Wenn jeder oder jede wüsste, wie lange er oder sie leben wird, wäre die Frage schnell geklärt: Soll das angesparte Altersguthaben in eine lebenslange monatliche Rente umgewandelt werden, oder lässt man es sich ganz oder teilweise auszahlen? Auch angesichts der in den letzten Jahren gesunkenen Umwandlungssätze (der Durchschnitt liegt laut der «Schweizer Pensionskassenstudie 2023» bei 5,37 Prozent) entscheiden sich immer mehr Menschen für den Kapitalbezug. Laut den Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) liessen sich 37 Prozent der neu Pensionierten des Jahres 2022 das Kapital auszahlen, so viele Personen wie noch nie. Und sie erhielten so viel Geld wie noch nie: Die Summe der Auszahlungen belief sich auf 13 Milliarden Franken. 

Verantwortung für die Investition 

Viele, die das Kapital aus der Pensionskasse für sich beziehen, sehen dies auch als Sicherung ihres Vermögens an, weil sie fortan selbst darüber bestimmen können. Was aber auch heisst, dass sie auch für dessen Investition an den Finanzmärkten verantwortlich sind. Damit hat man zwar die Chance, eine höhere Rendite zu erwirtschaften, allerdings läuft auch das Risiko des Verlustes mit, denn Börsenkurse kennen nicht nur den Weg nach oben. Zudem kostet die Vermögensverwaltung Gebühren, die die erzielte Rendite schmälern. 

Der Kapitalbezug freut indes nicht nur die Neurentner, sondern auch deren Erbinnen. Denn im Todesfall geht das nicht verbrauchte Alterskapital an sie. Anders wäre die Situation, wenn sich der Verstorbene für die Rente entschieden hätte, denn die Pensionskassenrente sichert die Hinterbliebenen nur noch eingeschränkt ab, je nach Kasse und individueller Situation des Versicherten. Grundsätzlich gilt aber: Guthaben auf dem Alterskonto fällt der Pensionskasse und ihren Versicherten in den Schoss. 

Last, but not least: Der Kapitalbezug hat auch steuerliche Vorteile, da die Besteuerung getrennt vom übrigen Einkommen zu Vorzugskonditionen erfolgt, während die Rente zusammen mit der AHV-Rente und anderen Einkünften ganz normal besteuert wird. 

Rente bietet Sicherheit

Somit sprechen einige Vorteile für den Bezug des Kapitals, statt dieses mit einem Satz von durchschnittlich 5,37 Prozent in eine Rente umzuwandeln oder eine Mischform aus beidem zu wählen, bei der man sich nur einen Teil des Alterskapitals auszahlen lässt und den Rest in eine Rente umwandelt. Bei allen Vorteilen, die der Kapitalbezug mit sich bringt, darf aber nicht vergessen gehen, dass das Geld zur Finanzierung des Lebens bis zu seinem Ende gedacht ist, von dem man nicht weiss, wann es eintreten und was bis dahin noch alles geschehen wird. Die lebenslange Rente ist daher die sichere Variante, mit der man den Spatz in der Hand hält, während die Taube auf dem Dach jederzeit wegfliegen könnte.

Dieser Beitrag erschien erstmals am 27. Juni 2024 im HZ Insurance Print Special Pensionskasse.

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