Die Topplatzierungen der Versicherer sind auch ein Resultat der aktuellen Entwicklungen. Während der europäische Arbeitsmarkt zunehmend von Unsicherheit, Sparprogrammen und Stellenabbau geprägt ist, bleibt die Stimmung hierzulande vergleichsweise stabil. In wirtschaftlich angespannten Zeiten wie diesen gewinnen Eigenschaften an Bedeutung, die lange als selbstverständlich galten: Sicherheit, Verlässlichkeit, lokale Verankerung. Versicherungen verkörpern diese Qualitäten in besonderem Mass. Ihr Geschäftsmodell ist langfristig ausgelegt, krisenresistenter als jenes in vielen anderen Branchen und stark im Schweizer Markt verankert.
Arbeitsmarkt im Wandel
Der Arbeitsmarkt befindet sich im Umbruch. Lineare Karriereleitern gehören der Vergangenheit an, klassische Berufsbiografien werden zunehmend durch sogenannte Portfoliokarrieren ersetzt. Arbeitnehmende wünschen sich Abwechslung, Entwicklungsmöglichkeiten, Autonomie und eine bessere Work-Life-Balance. Zwar bleibt der Lohn bei der initialen Suche ein wesentlicher Faktor, für langfristige Zufriedenheit und Mitarbeiterbindung ist er jedoch längst nicht mehr ausschlaggebend. Besonders der Generation Z ist die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit wichtig. Persönliche Werte sollten mit der Unternehmenskultur übereinstimmen. Zugehörigkeit und Gemeinschaftsgefühl werden ebenso erwartet wie transparente Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Es sind genau diese Bereiche, in denen sich die Versicherungsbranche von anderen absetzt. Sowohl die Mobiliar als auch die Zurich kombinieren attraktive Vergütung mit flexiblen Arbeitsmodellen und unterstützen so ihre Mitarbeitenden darin, das Arbeits- und Privatleben besser voneinander abzugrenzen. Und beide Unternehmen setzen zusätzliche Akzente. So hebt die Mobiliar ihre genossenschaftliche Struktur und die Beteiligung der Mitarbeitenden am Firmenerfolg hervor. Flexible Arbeitsformen, ortsunabhängiges Arbeiten und ein starkes Gemeinschaftsgefühl zählen zu den zentralen Elementen ihres Arbeitgeberversprechens.
Die Zurich überzeugt mit einem vielfältigen Paket sozialer und finanzieller Zusatzleistungen. Dazu zählen eine grosszügige Elternzeit, Jubiläumsurlaube, Beiträge an das ÖV-Abonnement und an die Kinderbetreuung sowie die Möglichkeit, zusätzliche Ferien zu kaufen oder ein Sabbatical zu beziehen. Ergänzt wird das Angebot durch Beratungsleistungen wie Mitarbeiterbeteiligungspläne, Vergünstigungen auf Versicherungsprodukte, Vorsorge- und Anlagelösungen sowie Programme zur Gesundheitsförderung. Diese Massnahmen verdeutlichen den Anspruch, Mitarbeitende nicht mehr nur als Arbeitskräfte, sondern ganzheitlich zu unterstützen.
Zentral für beide Versicherungen ist jedoch die Unternehmenskultur. Die Mobiliar präsentiert sich nicht nur nach aussen als lokal verankert, sondern lebt dieses Prinzip auch nach innen – so beschrieben mit den Werten «menschlich, nah, verantwortungsvoll». Austausch, Wertschätzung und Teamarbeit stehen im Vordergrund, ebenso die individuelle Weiterentwicklung aller Mitarbeitenden. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Mobiliar intensiv damit auseinandergesetzt, was sie als Arbeitgeberin ausmacht und welche Erwartungen Mitarbeitende an sie stellen, wie Barbara Agoba, Chief Human Resources Officer, erzählt. So wurde basierend auf den Unternehmenswerten ein gemeinsames Führungsverständnis etabliert, das dem Unternehmen ganzheitlich Orientierung gibt. Diese ausgeprägte Mitarbeitendenorientierung ist nicht zufällig, sondern entspricht der Logik ihres genossenschaftlichen Modells. Ein wesentlicher Unterschied der in Bern ansässigen Mobiliar zur kapitalmarktorientierten Konkurrenz.
Begegnung auf Augenhöhe
Die Zurich wiederum betont ihre Unternehmenskultur, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten sowie ihr Engagement für Nachhaltigkeit und die Zukunft. «Wir begegnen uns auf Augenhöhe, unterstützen uns gegenseitig und übernehmen Verantwortung», sagt Michaela Christian Gartmann, Chief Human Resources Officer Switzerland. Daraus entstehe eine Unternehmenskultur, die nicht nur formuliert, sondern im Alltag gelebt wird.
Beiden Unternehmen ist gemeinsam, dass sie von Bewerbenden eine klare Identifikation mit den gelebten Werten erwarten. Attraktivität als Arbeitgeber entsteht damit nicht allein durch Benefits, sondern durch ein glaubwürdiges Zusammenspiel von Stabilität, Entwicklungsperspektiven und kulturellem Fit. In einem dynamischen Arbeitsmarkt scheint genau diese Kombination den Ausschlag zu geben.

