Sizilien ist in den vergangenen Tagen von Unwettern mit starken Regenfällen heimgesucht worden. Auch Sardinien und der Süden des italienischen Festlandes waren betroffen. Die Behörden beziffern den Schaden allein für Sizilien auf 1,5 Milliarden Euro. 

Besonders dramatisch ist die Situation in der Stadt Niscemi auf Sizilien, die von einem massiven Erdrutsch betroffen und weiter bedroht ist. Eine wegen der Gefahr vor weiteren Abbrüchen ausgewiesene Sicherheitszone weitet sich wegen des immer noch voranschreitenden Erdrutsches weiter ins Zentrum der Kleinstadt aus, sagte der Chef des italienischen Zivilschutzes, Fabio Ciciliano. Die Lage vor Ort sei kritisch.

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Vier Kilometer lange Front

Auf einer Distanz von 150 Metern zur Abbruchkante wurden alle Häuser evakuiert. Das Gebiet wurde zur sogenannten roten Zone erklärt, die von niemandem betreten werden darf - nicht einmal von ehemaligen Anwohnern oder Feuerwehrleuten. «Der Erdrutsch ist weiterhin aktiv», sagte Ciciliano. Er erklärte weiter: «Die Sicherheitszone weitet sich immer weiter aus, wenn der vordere Rand des Erdrutsches immer weiter in die Stadt hineinreicht.» 

Auf Bildern ist zu sehen, wie Wohnhäuser regelrecht am Abgrund stehen, bei einigen dürfte es nicht lange dauern, bis sie in den Abhang heruntergerissen werden. Eine insgesamt vier Kilometer lange Front droht abzusinken.

Mehr als 1.500 Menschen schon evakuiert

Seit dem Wochenende sackt der Boden in Teilen des Gebiets von Niscemi im Süden der italienischen Mittelmeerinsel ab. Der äussere Teil der Stadt steht direkt am Abhang und droht weiter abzurutschen. Mehr als 1.500 Menschen mussten laut Behörden bereits ihre Häuser verlassen. Viele von ihnen werden wohl auch nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können.

Die Situation vor Ort wird von den Behörden als kritisch eingestuft. «Ich gebe nur eine Zahl, die das Ausmass veranschaulichen kann. Im Moment sprechen wir von einer Erdrutschmasse von etwa 350 Millionen Kubikmetern», sagte Ciciliano.

Experten zufolge hatte sich die Erde in dem Ort infolge heftiger Regenfälle wie ein Schwamm vollgesogen. Am Wochenende gab der Boden am Rand der Stadt dann nach und sackte ab. Wegen der erwarteten weiteren Regenfälle ist die Gefahr von weiteren Abbrüchen nicht gebannt und die Sorge vor Ort gross.

Es ist nicht das erste Naturereignis dieser Art in der Gegend. 1997 waren bei einem Erdrutsch schon Teile der Stadt verschwunden. Viele Einwohner von Niscemi erleben dieser Tage erneut den Alptraum von vor etwa 29 Jahren. (sda/hzi/pg)
 

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