Während 2022 nur 7.8% der Versicherungsnehmer die Krankenkasse gewechselt haben - ein historischer Tiefststand -, dürfte die Situation 2023 ganz anders aussehen. Mit dem bevorstehenden beträchtlichen Prämienanstieg ziehen 23% der Schweizer Bevölkerung einen Wechsel in Betracht. In der italienischsprachigen Schweiz liegt dieser Anteil sogar bei 45%. Dies geht aus der jüngsten Zufriedenheitsumfrage des Internetvergleichdienstes Bonus.ch hervor.

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Seit 2009 bietet das Online-Vergleichsportal der Schweizer Bevölkerung jährlich die Möglichkeit, sich zum Thema Krankenversicherung zu äussern. Im Juli 2022 haben mehr als 2'600 Personen an der Zufriedenheitsumfrage teilgenommen und ihren Versicherer in folgenden Punkten benotet: Prämienerhöhung, Klarheit der übermittelten Informationen, Bearbeitung der Leistungen und Kundenservice. Die Antworten wurden in Noten zwischen 1 und 6 umgewandelt, wobei 6 die beste Note ist.

Wechsel der Krankenversicherung: Ein Rekordtief

In 2022 sanken die Krankenkassenprämien im Durchschnitt um 0.2%. Das Ergebnis: Nur 7.8% der Versicherten in der Schweiz haben sich entschieden zu wechseln, was einen historischen Tiefststand darstellt. Wieder einmal hat sich die seit vielen Jahren bestehende Erkenntnis bestätigt, dass die Treue zu einer Krankenkasse stark von der Prämienentwicklung abhängt.

23% der Versicherten planen für 2023 einen Wechsel ihrer Krankenversicherung

Steigende Gesundheitskosten (insbesondere im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie) und die Verringerung der Reserven der Kassen werden 2023 zu einem starken Anstieg der Krankenkassenprämien führen. Ende Juli 2022, als die Umfrageteilnehmer befragt wurden, ob sie beabsichtigen, die Versicherung zu wechseln, wurde die Erhöhung auf 5 bis 7% geschätzt. Auf der Grundlage dieser Prognose gaben 23% (gegenüber 12% im letzten Jahr) an, dass sie einen Wechsel in Erwägung zögen. Umgekehrt beabsichtigten 57% (gegenüber 61% in 2021), bei demselben Anbieter zu bleiben, während die restlichen 20% keine Meinung hatten.

Dieses starke Interesse an einer Kündigung ist historisch gesehen hoch. Es erinnert an die Zahlen von 2018, als die durchschnittliche Erhöhung der Krankenkassenprämien 4.5% betrug.

Absicht, zu wechseln: grosse regionale Unterschiede

Die meisten Bewegungen sind in der italienischsprachigen Schweiz zu erwarten. Dort beabsichtigen 45% der Versicherungsnehmer, die Krankenkasse zu wechseln (gegenüber 14% im letzten Jahr). Ein extrem hoher Prozentsatz, der sich zum Teil dadurch erklären lässt, dass für den Kanton Tessin eine Erhöhung um fast 10% erwartet wird.

Die Westschweiz weist eine moderatere Absicht zum Wechseln auf (24%, gegenüber 11% in 2021), während bei den Deutschschweizern die Ergebnisse ziemlich ähnlich sind wie im letzten Jahr (15% gegenüber 13%).

Zufriedenheit - Globale Note

Die Schweizer Bevölkerung weist im Jahr 2022 eine Rekordzufriedenheit auf. Die Krankenkassen erreichen nämlich mit der globalen Note 5.10 den besten Durchschnitt seit 2009, gegenüber 5.07 im letzten Jahr.

Regionale Zufriedenheit - globale Beurteilung

Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort: die Deutschschweizer sind mit ihrer Krankenversicherung am zufriedensten. In 2022 bewerteten 82% von ihnen ihre Krankenversicherung mit "gut" oder "sehr gut". Dies bestätigt die Tatsache, dass sie am wenigsten geneigt sind, ihre Krankenkasse für 2023 zu wechseln. Bei den Westschweizern liegt diese Ratio bei 74%, während die italienischsprachigen Schweizer (52%) nach wie vor am schwierigsten zufrieden zu stellen.

Welche Krankenkassen erfreuen sich in 2022 der grössten Beliebtheit?

Die beliebtesten Krankenkassen im Jahr 2022 sind SWICA und Visana. Sie teilen sich den ersten Platz in der Gesamtwertung mit der Gesamtnote 5.4 von 6, Bewertung "gut".

Helsana, KPT und Sanitas liegen gleichauf auf dem 2. Platz mit der Note 5.3, Bewertung "gut". Agrisano, Atupri, Concordia, Groupe Mutuel, OEKK und Sympany ergänzen das Podest mit dem Gesamtdurchschnitt von 5.2, Bewertung "gut". (Bonus.ch/hzi/ps)