Mit der Übernahme der CNP Assurance durch La Banque Postale ist ein neues Schwergewicht in der französischen Bancassurance entstanden. In den französischen Medien war wahlweise von «Gigant», «Mastodon» und «einem historischen Tag für La Poste» die Rede. Zusammen haben La Banque Postale und CNP eine Bilanzsumme von mehr als 700 Milliarden Euro. Man lande so «auf den ersten Rängen der europäischen Bancassurance», verkündete der Vorstandsvorsitzende von La Banque Postale, Rémy Weber, bei der Bekanntgabe der Übernahme. Allerdings erleben die frisch vermählten Unternehmen ihre Flitterwochen unter extremen Bedingungen – ein Vorgeschmack auf die Hürden, die auf das neue Bancassurance-Paar noch warten.

Digitalisierung spielt zentrale Rolle

Die Digitalisierung wird für den Erfolg des Mastodons eine zentrale Rolle spielen. Die Covid-19-Pandemie und die zu erwartende Rezession wird den Digitalisierungsschub noch verstärken. Entscheidend wird dabei sein, ob den beiden Unternehmen der Übergang in den digital unterstützten Omnichannelvertrieb gelingt. Grösse ist hier nicht immer ein Vorteil, aber es gibt erste Erfolge. Die im Juli 2019 gestartete Mobilbank Ma French Bank habe innerhalb eines halben Jahres bereits 122’000 Kunden gewonnen, verkündete La Banque Postale Anfang März. Die Website von La Banque Postale mit ihren 11 Millionen Privatkunden verzeichne monatlich 115 Millionen Visits. Digitale Kundenerfahrung und besserer Service stehen auch bei CNP Assurance im Fokus. Mit 21,6 Milliarden Euro Beitragseinnahmen ist CNP die Nummer drei auf dem französischen Versicherungsmarkt, der anders als die meisten anderen Versicherungsmärkte seit 2016 einen Aufschwung im wichtigen Geschäft mit Autoversicherungen erlebt.