Dies stellt die Klima-Allianz mit dem neuen Report fest, der auf ihrer Nachführung des Klima-Ratings seit der Lancierung im November 2020 beruht. Ein Fortschritt, denn die nachhaltig gewordenen Pensionskassen sind der starke Beweis dafür, dass klimaverträgliche Investitionen machbar sind, unter dem Strich keine Mehrkosten verursachen und somit die gesetzlich geforderten Renditen erbringen. Jedoch fördern die restlichen 78% mit ihren Kapitalanlagen nach wie vor Industrien und Firmen, die durch ihre blinde Abhängigkeit von fossilen Energien der raschen Erreichung einer Weltwirtschaft mit Netto-Null Emissionen im Wege stehen.

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Autor:
Sandro Leuenberger betreut bei der Klima-Allianz Schweiz die Themen Finanzplatz und Klima, Pensionskassen-Rating.
Sandro Leuenberger bei LinkedIn.

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Quelle: ZVG

Zusammenfassung des Reports

Grün: Starker Einsatz für die Lösungen

Das grüne Fünftel der Pensionskassen ist daran, die finanzierten Treibhausgasemissionen sukzessive zu senken. Damit wird die Kapitalzufuhr an Unternehmen der fossilen Energien vermindert. Indem sie Einfluss nehmen auf Firmen, die investierbar bleiben, sich aber verbessern müssen, erhöhen die Pioniere zudem ihre Wirkung auf die Realwirtschaft. Sie schliessen sich dabei zu Investoren-Verbünden zusammen – nachweislich wirksam ist etwa der Ethos Engagement Pool International. Mit diesem nationalen Zusammenschluss erhöhen sie im Rahmen der internationalen Climate Action 100+ mit Erfolg den Druck auf Grosskonzerne, die mit ihrer eigenen Produktion und aufgrund ihrer Wertschöpfungsketten besonders klimaschädlich wirken.

Orange: Auseinanderdriften im Mittelfeld

Die meisten Pensionskassen, die im Laufe 2021 den grünen Anteil haben anwachsen lassen, sind in der Zwischenzeit zur Erkenntnis gelangt, dass bei den Klimasündern nur eine Eskalation die Klimarisiken reduzieren kann. Sie kombinieren jetzt die Senkung ihrer Investitionen in die grossen CO2-Verursacher mit Einflussnahme auf diejenige Firmen, deren Übergang in eine Netto-Null Zukunft wie bei gut positionierten Stromerzeugern möglich erscheint.

Beim Rest der Vorsorgeeinrichtungen im orangen Mittelfeld sind die Anzeichen für eine weitere Reduktion der finanzierten Emissionen spärlich. Die Unterlassung eines geplanten 1.5°C-kompatiblen Pfades zur Dekarbonisierung der Investitionen dürfte zu Rückstufungen in das klimaschädliche rote Feld führen.

Rot: Fehlende Transparenz, vage Erklärungen, marginale Umschichtungen

Der praktisch unveränderte rote Anteil von 55% zeigt auf, dass die steigende Erwartung durch Bundesrat, Politik und Gesellschaft für die nachhaltige Kapitalanlage bei der Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen, die Suva eingeschlossen, noch ungenügend zur Kenntnis genommen wird. Auch sind Investitionen in fossile Energien nicht nur ein Risiko für das Klima, sondern auch für die Renten. Die säumigen Pensionskassen machen sich rechtlich angreifbar. Bereits seit 2018 bekräftigt das Rechtsgutachten NKF, dass auch die Vorsorgeeinrichtungen der Schweiz die finanziellen Klimarisiken bei der Firmenselektion für ihre Kapitalanlagen berücksichtigen müssen. Wenn die Verantwortlichen ihr Risikomanagement nicht anpassen, kann dies juristisch als Verletzung ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht ihren Versicherten gegenüber eingestuft werden.