Die Pax Art Awards werden nach der endgültigen Absage der ART Basel in einem anderen Rahmen verliehen werden. «In den vergangenen zwei Jahren hat die Art Foundation Pax die Preisverleihung während der ART Basel durchgeführt. Dieses Jahr vergeben wir die Preise am 17. September im Hause der elektronischen Künste (HeK) in Münchenstein, Basel , teilt der Basler Versicherer mit. 

Mit einem Preisgeld von zusammen 60’000 Franken jährlich sind die Pax Art Awards der bestdotierte Kunstpreis der heimischen Versicherungsbranche. Die Helvetia lobt jährlich 15’000 Franken für Absolventen Schweizer Kunsthochschulen aus, die Baloise vergibt jährlich 30’000 Franken und die Mobiliar hat im vergangenen Jahr das Preisgeld von jährlich 15’000 auf 30’000 Franken erhöht. 

Medien-Künstler im Fokus

Der von der 2017 geschaffenen Art Foundation Pax vergebene Preis wird jährlich an drei Künstler vergeben. Zum einen wird ein etablierter Künstler, eine etablierte Künstlerin mit einem Preisgeld von 30’000 Franken ausgezeichnet, davon 15’000 Franken Preisgeld und 15’000 für den Ankauf eines Werkes des Künstlers. Zum anderen zeichnet die Pax zwei Newcomer aus. Die Künstler erhalten ein Preisgeld von jeweils 15’000 Franken, davon 7500 Franken Preisgeld und 7500 Franken für den Ankauf eines Werkes der Künstler.

Der Pax Art Award ist der jüngste unter den Kunstpreisen der Schweizer Versicherer. Er wurde 2018 das erste Mal vergeben. Die Preisträger der ersten Runde waren das Duo !Mediengruppe Bitnik sowie die Künstlerin Lauren Huret und die Künstlergruppe Fragmentin. Beim Duo Bitnik handelt es sich um Carmen Weisskopf und Domagoj Smoljo, die zu den etablierten Medienkünstlern der Schweiz gehören. Sie schaffen keine Kunstwerke im klassischen Sinne. Es handelt sich bei ihren Werken eher um Aktionskunst. Das besondere an ihren Aktionen ist die enge Verknüpfung mit dem Internet. «Ihre Arbeit bietet dem Publikum ungewöhnliche Erfahrungen und ein stärkeres Bewusstsein für die Technologien, die uns umgeben», teilte das Haus der elektronischen Künste HeK anlässlich der ersten Preisverleihung vor zwei Jahren mit.

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Jury mit starkem Bezug zum Basler HeK

Treibende Kraft des Kunstengagements der Pax ist Nicolas C. Bopp, der sowohl als Präsident des Stiftungsrats der Art Foundation Pax amtet, als auch der Jury des Art Awards angehört. Bopp ist seit 2013 Leiter Marketing- und Kommunikationschef der Pax. Mit dem Kulturpreis möchte er dazu beitragen, dass die Pax in der Öffentlichkeit jünger und frischer erscheint. Dabei bezieht er sowohl das HeK stark in die eigenen Aktivitäten mit ein als auch die Künstler selbst. 

Ein Jahr nach ihrer Auszeichnung berief man Carmen Weisskopf in die Jury mit ein, der neben Bopp Sabine Himmelsbach, Direktorin des HeK, der Kunstberater Fausto De Lorenzo, Luc Meier Director La Beque Artist Residency und die Kunsthistorikerin Mónica Bello, Head of Arts am Genfer Kernforschungszentrum Cern, angehören. Die Pax kooperiert eng mit dem HeK. Die 2011 gegründete Institution gehört zu den Pionieren der Medienkunst in der Schweiz. Das sich auf dem Dreispitzareal, einem ehemaligen Zollfreilager in Basel-Münchenstein, befindende Haus versteht sich als spartenübergreifende Institution und widmet sich neben der Veranstaltungs- und Ausstellungstätigkeit der Sammlungsmethodik von digitaler Kunst: Dabei überschreitet der Ansatz die Grenzen der klassischen Disziplinen und verbindet bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz, Performance und Design. 

Werke der Pax-Art-Awards-Träger in Basel zu sehen 

Derzeit zeigt das HeK Werke von knowbotiq, Alan Bogana und Félicien Goguey, die im Jahr 2019 mit dem Pax Art Award ausgezeichnet wurden. Knowbotiq schaffen öffentliche Performances und zeigen Installationen. Dabei setzen sie sich mit gesellschaftlicher Realität auseinander. Bei der Performance «Macghillie» geht es beispielsweise darum, sich mit strategischer Tarnung aus der Zweckhaftigkeit zurückzuziehen. Gleichzeitig handelt es sich um ein Experiment mit der Sichtbarkeit im urbanen Raum. Hinter dem Namen knowbotiq stehen Yvonne Wilhelm und Christian Hübler, welche die Medienkunstszene in der Schweiz in den vergangenen 30 Jahren entscheidend geprägt haben.

«Ihre Werke bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissen, Information und Technologie», schreibt die Pax anlässlich der Preisverleihung. «Von Anfang an widmete sich das Künstlerduo der Entwicklung forschungsbasierter Arbeiten, vernetzter Handlungsmächte, immersiver Realitäten, epistemischem Ungehorsam und der Medialität des Wissens.» Mit ihrem dezidierten Fokus auf Medienkunst setzt die Pax in ihrem Kunstengagement einen zukunftsweisen Akzent. Medienkunst spielt im Rahmen des Art-Sponsoring noch eine verhältnismassig geringe Rolle, wird aber angesichts der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen immer mehr an Bedeutung gewinnen.