Für die Versicherungsbranche ist das interessant. Sie kann aufgrund der Daten personalisierte Modelle entwickeln. Dabei steht sie aber im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Solidarität. Dazu liegt nun ein Konsenspapier zwischen Branche und Verbrauchern vor, wie die Stiftung des Krankenversicherers Sanitas als Urheberin heute mitteilte. Gerade in der Krankenversicherung ermöglichen demnach persönliche Daten über die Lebensführung neue Versicherungsmodelle. Die Prämien könnten sich in einem Bonus-Malus-System nach dem Gesundheitsverhalten und der erblichen Veranlagung eines Menschen richten. Das könnte längerfristig das Verständnis der solidarischen Finanzierung der Sozialversicherung wandeln, hiess es weiter.

Künstliche Intelligenz

Die Mustererkennung in Daten durch künstliche Intelligenz kann dabei Diskriminierungen schaffen oder zur Differenzierung dienen. Damit steht die Branche vermehrt vor gesellschaftlichen und ethischen Fragen. Wie die Sanitas Stiftung schreibt, müssen diese Fragen öffentlich besprochen werden. Dabei müssten sich Solidarität und Eigenverantwortung nicht ausschliessen, hiess es weiter. Mit dem unter Regie der Stiftung von den drei Akteuren Unternehmen, Konsumenten und Staat erarbeiteten Papier will die Branche die öffentliche Debatte anstossen. Für die Versicherten sollen demnach Fairness, Autonomie, Transparenz und Persönlichkeitsschutz gelten. (sda/hzi/kbo)