Trotz steigender Corona-Infektionszahlen in den Urlaubsländern in Südeuropa sind beim Reisekonzern Tui keine höheren Fallzahlen registriert worden. Die Infektionsraten der Kunden seien weiterhin niedrig, erklärte Tui-Chef Fritz Joussen am Donnerstag. Die Inzidenz liege weit unter eins, ergänzte einer Unternehmenssprecher.

Tui zählt dabei die positiven Covid-Fälle während des Urlaubs, weil dann Leistungen der garantierten Pandemie-Versicherung bei Reiseabbruch greifen. Steigende Inzidenzen durch Reisen gingen vor allem auf feierfreudige junge Individualreisende zurück und auf private Familienbesucher, aber kaum auf Pauschalurlauber.

«Mit Covid leben»

Der Tui-Chef schloss sich Forderungen an, Auflagen im Kampf gegen die Pandemie nicht länger nur von den blossen Fallzahlen abhängig zu machen. «Es ist notwendig von der starren Betrachtung von Inzidenzwerten als Gradmesser der Pandemie wegzukommen», erklärte Joussen. «Mit Covid werden wir vermutlich leben, wie mit anderen Infektionskrankheiten.»

Schliesslich müssten mittlerweile dank der steigenden Impfquote viel weniger an Covid Erkrankte ins Krankenhaus. Auf den Balearen, einem der Top-Ziele von Tui-Kunden, habe die Inzidenz zuletzt bei gut 350 gelegen, während nur vier von 100'000 Einwohnern ins Krankenhaus mussten.