Bis heute kamen britische Reiseversicherer nicht für Schäden auf, die mit Reisen in Länder in Verbindung standen, für die das britische Aussenministerium ein Reiseverbot ausgesprochen hatte. Formuliert war das jeweils als Reiseverbot mit Ausnahme unvermeidbarer Reisen – etwa bei besonders schweren Erkrankungen von Verwandten, entsprechenden Todesfällen und Elementarereignissen. Nun weicht der bedeutende britische Reiseversicherer Staysure aber vom Standard-Branchenverhalten ab und bietet wenigstens für Einzelreisen in europäische Länder, aber auch für Jahresverträge den vollen Reiseversicherungsschutz an – egal ob die Zielländer unter das jeweils gültige Reiseverbot des britischen Aussenministeriums fallen oder nicht. Die einzige Einschränkung ist, dass Erkrankungen bedingt durch das Coronavirus vom Reiseversicherungsschutz nicht abgedeckt werden. 

Ryan Howsam, der Chief Executive von Staysure, erklärt die Entscheidung seines Unternehmens damit, dass es in der Praxis viele verschiedene Gründe geben kann, warum eine Reise auch im Falle eines Reiseverbots tatsächlich angetreten werden muss. Diese Gründe liessen sich nicht einfach samt und sonders durch ein Pauschalverbot des britischen Aussenministeriums einengen. Zugleich wechselten die Vorschriften des Ministeriums viel zu häufig und vor allem viel zu schnell, als dass sie sich als verbindliche Richtschnur für alle Reise-Beweggründe eigneten. All das führe zu einer ganz erheblichen Unsicherheit am Markt, die Staysure nun mit dem neuen Vertragsangebot vermindern will. 

Mit diesem Reiseversicherungsschutz zielt Staysure ausdrücklich nicht allein auf jenen Kundenkreis, der sich aus ganz spezifischen Gründen förmlich zur Reise gezwungen sieht. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an alle Ferienreisenden, die europäische Ziele ansteuern. Zusätzlich zum normalen Reiseversicherungsschutz sichert Staysure den Kunden auch einen Betrag von 1000 Pfund für die Abdeckung zusätzlicher, ursprünglich nicht vorhersehbarer Kosten zu, wenn sie von weitreichenden Anweisungen des britische Aussenministeriums erst nach dem Eintreffen im Zielland betroffen sind und eine schnelle Rückkehr oder Ortsveränderung unumgänglich erscheint.

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Vor Staysafe gab es in Grossbritannien mit Battleface bereits einen Anbieter, der eine Ausnahme-Versicherung angeboten hat. Diese relativ kleine Versicherungsgesellschaft hat sich auf den Versicherungsschutz bei Reisen in Kriegs- und Unruhegebiete spezialisiert. 

Der Versicherer hinter dem Firmennamen Battleface ist die gleichfalls in Grossbritannien beheimatete Tangiers Insurance Ltd. An den Versicherungsverträgen ist aber auch Lloyd’s Insurance SA beteiligt. Battleface zielt mit dem auf besondere Risiken abgestellten Reiseversicherungsverträgen vor allem auf Journalisten. Der endgültige Vertragspreis hängt unter anderem von der Vorlage eines gültigen Presseausweises ab. Angeboten werden die Krankheits-, Unfall- und Todesfallversicherung (mit einer Deckungsobergrenze von 2 Millionen Euro) sowie die Versicherung von journalistischem Equipment (bis zu 10’000 Euro pro Vertrag). Für die meisten Verträge gibt es eine Altersobergrenze von 69 Jahren. Je nach Vereinbarung kann das volle Covid-19-Risiko in den Versicherungsschutz einbezogen werden.