Überblick

Mit der laufenden Totalrevision des Berufs Kaufmann/Kauffrau EFZ stehen erhebliche Veränderungen an. Die zentralen kaufmännischen Kompetenzen für alle Lernenden und Branchen wurden ermittelt und in einem Qualifikationsprofil festgehalten. Damit sollen der Beruf auf Schlüsselkompetenzen ausgerichtet und die Berufsidentität gestärkt werden. Im Sinne der Flexibilität werden Differenzierungen für Branchen und Lehrbetriebe möglich sein. Zentral ist die konsequente pädagogische Ausrichtung auf die Handlungskompetenzen. Dies betrifft insbesondere die Orientierung an praktischen Handlungsfeldern und die zukünftigen Herausforderungen sowie die Abkehr von typischen Ausbildungsfächern in der Berufsfachschule. Die ganzheitliche Lernortkooperation zwischen dem Lehrbetrieb, den überbetrieblichen Kursen und der schulischen Ausbildung soll gestärkt werden. Die Bedürfnisse der Betriebe und der Praxis werden an Relevanz zunehmen. Die Berufsfachschulen haben dabei eine verstärkte Unterstützungsfunktion. Das Qualifikationsverfahren wird die verstärkte Handlungskompetenzorientierung abbilden.

Autor:
Simon Werren, Leiter Nachwuchsentwicklung VBV.

Stand des Projekts

Die Projektarbeiten laufen trotz dem schwierigen Umfeld weiterhin planmässig. Die Bildungsgrundlagen wurden erarbeitet. Bis zum 20. April 2021 werden die Bildungsverordnung, der Bildungsplan und das Konzept zum Qualifikationsverfahren zur Anhörung des SBFI auf dessen Website publiziert.

Anfang Jahr wurde mit den Umsetzungsarbeiten für die betriebliche, überbetriebliche und schulische Ausbildung gestartet. Die Branche Privatversicherung ist in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen vertreten.

Überbetriebliche Kurse

Den vom VBV verantworteten überbetrieblichen Kursen (ÜK), in welchen es um die versicherungsspezifischen Themen geht, kommt bei einer konsequenten Umsetzung eine wichtigere Funktion zu. Die Kurse sollen aufgewertet werden, die Betriebe entlasten und auch das begleitete, selbstorganisierte Lernen der Jugendlichen fördern. ÜK-Leitende werden auch in Zukunft im bewährten Milizsystem tätig sein und so den nötigen Praxisbezug gewährleisten. Unterstützt werden sie von der Geschäftsstelle des VBV sowie vom modernen Lernmanagementsystem time2learn

Lernende auf den Generalagenturen

Der praxisbezogenen Ausbildung auf den Generalagenturen kommt auch weiterhin eine hohe Bedeutung zu. Erfasst wurden typische Arbeitssituationen, mit denen Lernende an der Front in der Kundenberatung konfrontiert sind. Diese dienten als Basis für die Leistungsziele und Handlungskompetenzen. Zielgerichtete Hilfsmittel für die betriebliche Ausbildung fördern die praktische Umsetzung auf der Generalagentur. Die ÜK und die vorgelagerten WBT sollen den Ausbildungsaufwand der Generalagenten und Berufsbildner reduzieren und die Lernenden befähigen, rasch produktiv tätig zu sein.