Schadensfälle im Zusammenhang mit SRCC – Streiks, Unruhen und zivile Unruhen (strikes, riots and civil commotion) – bereiten den Versicherern zunehmend Kopfzerbrechen, da Unruhen in westlichen Demokratien immer häufiger zur Zerstörung von Eigentum führen. Howden Re schätzt, dass die versicherten Schäden im Zusammenhang mit SRCC von einem vernachlässigbaren Niveau im Jahr 2013 auf über 8 Milliarden US-Dollar zwischen 2020 und 2024 gestiegen sind. SRCC-Schäden unterliegen von Jahr zu Jahr starken Schwankungen, wobei einzelne Ereignisse oft zu erheblichen Veränderungen führen. Nach weltweit relativ wenigen Schadensfällen im Jahr 2025 geht Howden Re laut Bloomberg davon aus, dass die SRCC-Schäden in den USA in diesem Jahr deutlich zunehmen werden. «Wir leben in einer Zeit erhöhter Risiken», sagte David Flandro, Leiter der Branchenanalyse und strategischen Beratung bei Howden Re. Und die Ausschreitungen, die in den USA Schlagzeilen machen, seien «ein klares Indiz für einen breiteren Trend», sagte er.

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Zunehmende politische Spaltung verschärft SRCC-Risiken

Weltweit nehmen zivile Unruhen zu, eine Entwicklung, die mit einem messbaren Anstieg der Ungleichheit und Polarisierung in einigen der reichsten Länder der Welt einhergeht. In den meisten westlichen Ländern beispielsweise rechnet die Mehrheit der Bürger laut dem Pew Research Center nicht mehr mit einem Wachstum des generationenübergreifenden Vermögens. Laut Verisk Maplecroft verschärft die zunehmende politische Spaltung die SRCC-Risiken sowohl in Europa als auch in den USA. Der stärkste Anstieg der Protestgrösse ist jedoch in den USA zu verzeichnen, so Verisk im Dezember. Bei der Rangliste der Länder mit dem grössten SRCC-Risiko liegen die USA laut den Daten von Verisk Maplecroft für das erste Quartal auf Platz 1 der westlichen Demokratien und auf Platz 5 insgesamt, noch vor Pakistan, Bangladesch und Indien. Frankreich liegt auf Platz 7. SRCC-Modelle berücksichtigen nicht nur das Risiko von Unruhen, sondern auch die Kosten für den Ersatz beschädigter Sachwerte. «Man kann mit Fug und Recht sagen, dass sich die SRCC-Risikolandschaft grundlegend verändert hat», sagte Torbjorn Soltvedt, stellvertretender Direktor für politische Gewalt bei Verisk.