Dem Insurance Institute of Switzerland (IIS) ist offensichtlich der finanzielle Schnauf ausgegangen. Das IIS stellt seinen Betrieb ein und agiert neu im Institut für Risk & Insurance (IRI) an der School of Management and Law der ZHAW. Das IRI hat mit der amerikanischen Bildungsinstitution The Institutes (ehemals Insurance Institute of America) eine Vereinbarung über eine Zusammenarbeit in der Aus- und Weiterbildung abgeschlossen.

«Diversität und Heterogenität der Studierenden in Lehre und Weiterbildung, gekoppelt an die Ressourcenknappheit in Wirtschaft und Hochschule, sind Schlüsselherausforderungen», begründet IIS-Geschäftsführerin Ursula Freuler den Entscheid. Freuler wird ihre Tätigkeiten in neuer Funktion an der ZHAW ausüben. Die Kontinuität der Lehrgänge wie auch die Koordination der neuen Zusammenarbeit mit The Institutes sei sichergestellt, betont Freuler, da das IIS der bisherige Ansprechpartner der amerikanischen Bildungsinstitution war.

Für Daniel Greber, Leiter des Instituts für Risk & Insurance an der ZHAW, ist die IIS-Integration äusserst erfreulich: «Die Zusammenlegung der Aktivitäten bietet Synergien, die im neuen Angebot an Mitarbeitende internationaler Erst- und Rückversicherer, Broker sowie Risiko- und Versicherungsmanager internationaler Unternehmen in der Schweiz und Deutschland zum Tragen kommen.» Die Kooperation mit The Institutes ergänze die bestehenden managementbezogenen Weiterbildungsangebote des Instituts.

USA statt China

Für die ZHAW School of Management and Law mag dieser Erfolg etwas über einen grösseren Misserfolg hinwegtrösten: Dem Vernehmen nach versuchte Grebers Institut für Risk & Insurance noch bis vor eineinhalb Jahren, mit einer chinesischen Universität oder Fachhochschule eine IRI-ähnliche Fakultät in China aufzubauen. Das Projekt schien auf der Zielgeraden, als die Winterthurer die Expansionspläne gleich selber zur Makulatur machten. Die ZHAW führte nämlich am 24. September 2018 ein Symposium über die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft durch. Ehrengast und Redner: der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter! Dass die zukünftigen chinesischen Partner darüber alles andere als amused waren, lag auf der Hand. Für Branchenbeobachter ist damit klar, dass sich die ZHAW Kooperationen in China für einige Jahre abschminken kann.

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