Gemäss den Hochrechnungen des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV) sind im 2020 die Prämieneinnahmen in der Nichtlebenversicherung um 1,4 Prozent auf 28,9 Milliarden Franken angestiegen. Damit habe die Branche das stetige Wachstum der vergangenen Jahre fortsetzen können, schrieb der SVV in der Mitteilung von heute Donnerstag. 

Etwas kräftiger als in den restlichen Teilbereichen nahm das Volumen mit 3,1 Prozent in der Feuer-, Elementar- und Sachschadenversicherung zu. Aufgrund des Wirtschaftswachstums der letzten Jahre hätten auch die versicherten Werte zugenommen, was massgeblich zum Prämienwachstum beigetragen habe, begründet der SVV den Anstieg. Um 2,0 Prozent legten die übrigen Sachversicherungen zu, die Rechtsschutz-, Kredit- und Kautionsversicherungen umfassen. Und um ebenso viel nahm das Volumen in den Personenversicherungen zu, was der SVV mit den steigenden Kosten im Gesundheitswesen und der gesteigerten Nachfrage etwa nach Krankenversicherungen begründet. Ein Nullwachstum gab es hingegen in der Berufs- und der allgemeinen Haftpflichtversicherung, während die Motorfahrzeugversicherungen das Jahr mit einem Minus von 0,5 Prozent abgeschlossen haben. Dazu hätten vor allem die sinkende Nachfrage und tiefere Tarife in der Motorhaftpflichtversicherung geführt, hiess es.

Axa-Rückzug beeinflusst Leben-Statistik

Ausserordentlich stark war der Prämienschwund in der Lebensversicherung, wo die Einnahmen um beinahe 18 Prozent auf 24,7 Milliarden Franken eingebrochen sind. Das hat seinen Grund: Nämlich den Ausstieg der Axa aus der Vollversicherung der Beruflichen Vorsorge (BVG) zu Beginn des Jahres 2019. Daher standen 2020 im Gegensatz zu 2019 den tieferen periodischen Prämien keine hohen Einmaleinlagen aus Vertragsübernahmen mehr gegenüber. Nach dem Axa-Rückzug wechselte 2019 eine Vielzahl von Firmen zu anderen Versicherungen, welche die Vollversicherung mit dem Rundumschutz nach wie vor anbieten. Das blähte die Einmalprämien im 2019 künstlich auf. Ausserdem hätten sich die nach wie vor tiefen Zinsen und die hohen Regulierungsanforderungen belastend auf des Lebengeschäft ausgewirkt, hiess es weiter.

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Bewegtes Coronajahr

Einen positiven Ausblick stellt der SVV den Rückversicherungen aus, wobei nähere Angaben zur Volumenentwicklung noch nicht vorliegen. Doch in den Vertragserneuerungen des letzten Jahres und auch in der kürzlich im Januar abgeschlossenen Erneuerungsrunde hätten die Rückversicherer die Bedingungen und Tarife in wichtigen Sparten verbessern können. Und wegen Corona dürfte die Nachfrage nach Rückversicherungen zunehmen. Denn die Coronapandemie hat die Versicherer im vergangenen Jahr vor grosse Herausforderungen gestellt. Vor allem in der Reiseversicherung und bei Deckungen zum Schutz vor epidemiebedingten Betriebsschliessungen leisten sie hohe Schadenszahlungen. Der SVV schätzt, dass die Branche in der Schweiz für coronabedingte Ausfälle den Versicherten eine Milliarde Franken an Leistungen bezahlt.

Die detaillierten Zahlen zu den Prämienentwicklungen sind hier zu finden. (svv/hzi/kbo)