Komplett neue Regeln sind in der Rechnungslegung eher selten. Die Versicherungsbranche nimmt seit über zwei Jahrzehnten Anlauf dazu; jetzt steht der Abschluss bevor. Ab Januar 2022 soll mit IFRS 17 die Frage, wie Versicherungsverträge besser in der Bilanz abgebildet werden, definitiv geklärt sein. Analysten bemängeln, dass das, was Versicherer bisher unter IFRS 4 berichten, für eine echte Performancemessung unzureichend ist. Das Ziel einer Novelle sind einheitliche Standards und eine bessere Vergleichbarkeit von börsenkotierten Versicherungsgesellschaften weltweit. Die bisher heterogenen lokalen Anforderungen für die Rechnungslegung sollen ersetzt werden.

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Die Methode zur Bewertung von Versicherungsverträgen ändert sich radikal. Derzeit sind die Daten zu Beginn der Laufzeit von Verträgen ausschlaggebend. Unter IFRS 17 werden die Policen jedoch mit den künftigen Zahlungsströmen bewertet – eine Art Discounted-Cashflow-Modell. Der Chef eines grossen Versicherungskonzerns bezeichnet dies als «eine Revolution in den Accounting-Regeln.»