Versicherungen wirken auf viele Menschen trocken und kompliziert. Doch im Grunde geht es dabei um Vertrauen. Bereits zum dritten Mal zeichnen die Handelszeitung, HZ Insurance, PME und Statista die „Top Versicherungen der Schweiz“ aus. Diese Auszeichnung resultiert aus einer gross angelegten Befragung, die zeigt, welche Versicherungen die Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Broker überzeugen.
Kern der Untersuchung war eine landesweite Online-Befragung, die im Sommer 2025 durchgeführt wurde. Zwischen Mitte Juli und Ende August nahmen knapp 2800 Personen aus der Schweiz an der Umfrage teil. Teilnahmeberechtigt waren volljährige Personen, die entweder privat oder geschäftlich bei einer Versicherung versichert sind oder beruflich als Mitarbeitende oder Broker mit Versicherungsunternehmen zusammenarbeiten. Die Rekrutierung erfolgte über zwei Kanäle. Zum einen war die Befragung über die Online-Auftritte der beteiligten Medien frei zugänglich, zum anderen wurden zusätzliche Teilnehmende über ein professionell geführtes Online-Access-Panel gewonnen. Dieses Vorgehen sollte sicherstellen, dass neben besonders engagierten Leserinnen und Lesern auch Personen mit unterschiedlichem Hintergrund und Erfahrungsgrad in die Stichprobe einfliessen.
Datenbasierter Überblick
Die Ranglisten der Top Versicherungen 2026 beruhen auf einem mehrstufigen Untersuchungsdesign, das journalistische Auswahlprinzipien mit empirischer Markt- und Meinungsforschung verbindet. Ziel der Erhebung war es, die Leistungsfähigkeit von Versicherungsunternehmen nicht aus Sicht der Anbieter, sondern aus der Perspektive jener Gruppen abzubilden, die tagtäglich mit ihren Produkten, Prozessen und Dienstleistungen zu tun haben. Entstanden ist ein datenbasierter Überblick, der subjektive Erfahrungen systematisch bündelt und vergleichbar macht.
Inhaltlich unterschied die Erhebung zwischen der Bewertung konkreter Kundenerfahrungen und der Weiterempfehlung aus professioneller Sicht. Kundinnen und Kunden wurden gebeten, ihre Versicherung entlang mehrerer Leistungsdimensionen zu beurteilen. Im Zentrum standen dabei die allgemeine Zufriedenheit, die Bereitschaft, den Anbieter weiterzuempfehlen, sowie die Loyalität gegenüber dem Unternehmen. Ergänzend konnten detailliertere Aspekte bewertet werden, darunter Vertrauen, Flexibilität der Produkte, Attraktivität der Konditionen, Servicequalität, digitale Angebote und die Abwicklung von Schadenfällen. Mitarbeitende und Broker wiederum nannten jene Versicherungen, die sie aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung Kunden empfehlen würden, wobei Empfehlungen für das eigene Unternehmen ausdrücklich ausgeschlossen blieben.
Alle abgegebenen Bewertungen und Empfehlungen wurden anschliessend in ein standardisiertes Scoring-Modell überführt. Dieses Modell übersetzt unterschiedliche Antwortformate in einheitliche Punktwerte und verdichtet sie zu einem Gesamtscore auf einer Skala von null bis hundert. Den grössten Anteil am Gesamtergebnis hatten die sogenannten Subdimensionen, die zusammen fünfzig Prozent der Bewertung ausmachten. Die allgemeine Zufriedenheit und die Weiterempfehlungsbereitschaft gingen jeweils mit zwanzig Prozent ein, die Loyalität mit zehn Prozent. Die Gewichtung einzelner Subdimensionen variierte je nach Versicherungskategorie, um den unterschiedlichen Anforderungen etwa im Bereich Vorsorge, Mobilität oder Geschäftskunden gerecht zu werden.
Fundierte Momentaufnahme
Eine Auszeichnung war nur möglich, wenn mehrere Voraussetzungen erfüllt waren. Neben einer ausreichenden Zahl an Bewertungen und Empfehlungen musste ein Versicherer einen Gesamtscore von mindestens siebzig Punkten erreichen. Innerhalb jeder Kategorie wurden schliesslich jene Unternehmen ausgezeichnet, die im Vergleich die höchsten Punktwerte erzielten. Die Anzahl der ausgezeichneten Anbieter variiert je nach Datenlage und reicht von drei bis zehn Unternehmen pro Kategorie. Einige Unternehmen weisen in den Rankings auf den ersten Blick den gleiche Score aus, da hier jedoch noch zwei Nachkommastellen angezeigt werden, sind kleinere Unterschiede nicht sichtbar und die Werte erscheinen lediglich gerundet gleich, unterscheiden sich in Wirklichkeit aber etwas.
Insgesamt wurden Versicherungen in 37 Kategorien ausgezeichnet, die ein breites Spektrum von Privat-, Vorsorge- und Geschäftsversicherungen abdecken. Die Auswahl der untersuchten Anbieter sowie die Definition der Bewertungskriterien erfolgten nach unabhängigen journalistischen Massstäben. Die statistische Auswertung lag vollständig beim Markt- und Forschungsunternehmen Statista. Die Ergebnisse stellen eine fundierte Momentaufnahme dar, die Orientierung bietet, ohne den Anspruch zu erheben, die Qualität des gesamten Marktes abschliessend zu beurteilen. Die Befragung endete im September 2025 und berücksichtigt spätere Entwicklungen nicht. Sie erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer nicht in der Liste erscheint, ist damit nicht automatisch schlecht, sondern erfüllt lediglich die Kriterien nicht.
Orientierung für beide Seiten
Die Auszeichnung macht deutlich, welche Versicherungen durch Service, digitale Angebote oder faire Konditionen besonders auffallen. Für Kundinnen und Kunden entsteht damit eine Orientierung in einem Markt, der oft unübersichtlich wirkt. Für die Versicherer selbst ist die Liste ein Spiegel, denn Zufriedenheit und Loyalität sind keine abstrakten Begriffe, sondern konkrete Erfahrungen, die Menschen mit ihrer Versicherung machen.