Nicht jedes Land verfügt über ein ähnlich solides Sozialversicherungssystem wie die Schweiz. Wer im Ausland erwerbstätig wird, hat entsprechend auf seine Vorsorgesituation zu achten. Klar ist auch: Die Globalisierung veranlasst immer mehr Unternehmen, ihre Mitarbeitenden zu entsenden. Dynamische Arbeitgeber setzen auf Einsätze ausserhalb der eigenen Landesgrenzen, um technische Fähigkeiten bereitzustellen, die lokal nicht verfügbar sind.
Die Mobilität gehört zu einer global vernetzten Wirtschaft wie der Schweiz. Laufend mehr Leute wollen in die Fremde auswandern, um dort zu leben, zu arbeiten, zu studieren oder den Ruhestand zu verbringen. Damit stellt sich die Frage, wie die Altersvorsorge und die Versicherungen zu gestalten sind. Spezialisten raten zu einer Gesamtlösung. Es macht für sie keinen Sinn, die einzelnen Themen nacheinander anzugehen.
 

Lagebeurteilung als erster Schritt

Zunächst ist es wichtig, eine Bestandsaufnahme zur aktuellen Vorsorge und der Kranken- und Unfallversicherung zu machen. Die Aufwendungen für den Einsatz dieser sogenannten Expatriates können sich je nach Einsatzort bedeutend höher gestalten als für einen Mitarbeitenden mit gleichartigem Pflichtenheft in der Schweiz. Bei Erwerbstätigen, die für ihre Firma lediglich während ein bis zwei Jahren im Ausland tätig sind, besteht am wenigsten Handlungsbedarf. Mit dem Status des «Entsandten», der rechtlich mit EU und Efta exakt geregelt ist, kann der Mitarbeitende weiterhin im Schweizer Vorsorgesystem integriert bleiben.
Bei einem neuen Aufenthaltsland ausserhalb des europäischen Raums ist zu klären, ob ein Sozialversicherungsabkommen mit der Schweiz besteht. Ist dies der Fall, kann der oder die Entsandte im Schweizer Vorsorgesystem versichert bleiben. Ohne ein derartiges bilaterales Abkommen besteht bei der AHV trotzdem eine Möglichkeit, die bisherige Lösung weiterzuführen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Person für einen Schweizer Arbeitgeber im Ausland tätig ist und von ihm bezahlt wird. Überdies muss der Expatriate vor der Entsendung während mindestens fünf Jahren in die AHV einbezahlt haben.