Die Bedrohung durch sogenannte Phantomfrachtführer hat sich zu einem der grössten Einzelrisiken für die Transport- und Logistikbranche entwickelt. Digitale Frachtenbörsen, komplexe Lieferketten und steigender Zeitdruck bieten Kriminellen ideale Angriffspunkte. Experten aus Praxis und Versicherung haben jetzt an einer GDV-Fachtagung diskutiert, wie Täter vorgehen und wie Unternehmen und Versicherer wirksam gegensteuern können.
Schäden erreichen neue Dimensionen
Wie ernst das Problem inzwischen ist, zeigen aktuelle Zahlen der Transportversicherer: In den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 wurden bereits 88 Fälle von Phantomfrachtführern registriert, genauso viele wie im gesamten Vorjahr. Die durchschnittliche Schadenshöhe stieg von rund 130.000 Euro auf fast 200.000 Euro pro Fall. Rein rechnerisch verschwindet damit alle drei Tage eine komplette Lkw-Ladung in Deutschland. Der Schaden allein aus dieser Betrugsmasche belief sich von Januar bis Juli 2025 auf rund 18 Millionen Euro.
