Im Januar 2023 wird es ernst. Nach einer zweijährigen Einarbeitungs- und Übergangszeit rückt der 32-jährige Yannik Walther auf den Chefposten der Reinsurance bei Baloise auf und wird fortan für die Rückversicherung der Gruppe mit ihrem Geschäft in Belgien, Luxemburg, Deutschland und der Schweiz verantwortlich sein. Damit steht er im zentralen Spannungsfeld zwischen den Rückversicherern und den Ländereinheiten der Baloise – oder letztlich den Kunden, die ihre Risiken bei der Baloise versichern.

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Breites Aufgabenspektrum

«Ich mag vor allem die Abwechslung in meinem Job. Da kommen immer neue Fälle und Fragestellungen auf den Tisch, denen ich nachgehen muss, und das macht es in meinen Augen interessant.» Um dies zu veranschaulichen, gibt Yannik gleich ein hypothetisches Beispiel: «Stellen Sie sich vor, dass aus einem Jugendstreich Ernst wird, zum Beispiel, dass über einen Hacker-Angriff die Chlorzufuhr in der kommunalen Wasserversorgung aufgedreht wird und dadurch grosse Schäden im Bereich der Betriebsunterbrechungsversicherung verursacht werden. In einem solchen Fall würde sich die Frage stellen, wie die Folgekosten einer solchen Aktion bei Baloise versichert und bei einem Rückversicherer in der Kausalkette rückversichert wären. Um die Rückversicherung zu verstehen, muss man also erst mal das Erstversicherungsgeschäft gut kennen», so Yannik. 

Ausreichende Vorbereitung auf den neuen Posten

Dieses hat er intensiv kennengelernt in den letzten Jahren. Dabei kam er eigentlich von der Beraterseite. «Nach dem Studium ging ich zu einer grossen Unternehmensberatung und musste als Junior, wie in der Beratung üblich, die erarbeiteten Konzepte visualisieren», erinnert sich Walther und lacht. Ein grosses Projekt in Sachen Rechnungslegungsstandards brachte ihn dann mit der Baloise zusammen und hier blieb er dann vorerst auch. «Das war ein Riesenprojekt und involvierte eine Vielzahl an unterschiedlichen Bereichen und Funktionen.» Nachdem zwei Jahre später sein Bereich weitestgehend aufgebaut war, suchte er eine neue Herausforderung und erfuhr von dem frei werdenden Posten als Leiter der Rückversicherung. In der Abteilung wurde er als frischer Zugang sehr freudig begrüsst. «Ein Teamkollege ist seit 39 Jahren bei Baloise und mein aktueller Vorgesetzter seit 30 Jahren. Ich kann unglaublich viel von ihnen lernen», so Walther. Dass der Junge bald der Chef der älteren Teamkollegen sein wird, ist für niemanden ein Problem. «Es ist hier irgendwie nicht so wichtig, ob man Chef ist oder nicht. Das ist so die Baloise-Kultur», schätzt Walther. 

Von den Ski in die Uni

In den nächsten Jahren will er sich auf dem neuen Posten erst einmal beweisen. Eine Karriere akribisch zu planen, ist nicht so sein Ding. Vielleicht weil der erste Plan schon nicht aufging. Yannik Walther ging im Alter von 15 auf das Ski-Internat in Engelberg, vor Augen hatte er eine Karriere als Skirennfahrer. Doch eine Verletzung zwang ihn früh zum Umdenken. Er beendete das Skigymnasium mit der Matura und studierte zuerst in Basel und dann in Freiburg Business mit Schwerpunkt Finance. «Es war eine gute Zeit auf den Ski und im Internat, aber für die Weltspitze hätte es bei mir vermutlich eh nicht gereicht, wenn ich ehrlich sein soll», gesteht Walther. Er ist zufrieden damit, wie sein Leben und seine Karriere bislang verlaufen sind. Er will nicht ausschliessen, dass es ihn in ein paar Jahren mal reizen wird, noch etwas höher aufzusteigen und etwas mehr Verantwortung zu übernehmen. «Aber nur, wenn es sich um eine spannende Aufgabe handelt, die mir auch Spass macht», bekräftigt der designierte Leiter Outwards Reinsurance bei Baloise.