Die Versicherungspläne von Zurich decken den Bau der umstrittenen Gaspipeline von Russland nach Deutschland ab. Dem Unternehmen könnten daher potenziell Sanktionen drohen, begründeten mit dem Vorgang vertraute Personen den Schritt. Demnach bestrafen die USA in einer neuen Sanktionsrunde Unternehmen, die die technische Zertifizierungen und Versicherungen für das Projekt bereitstellen. Washington befürchtet, dass die Gas-Pipeline, die einer Tochtergesellschaft der Gazprom PJSC gehört, Moskau zuviel Macht über Europa gibt.

US-Sanktionen

Die Arbeiten an der 1'230 Kilometer langen Gasleitung wurden aufgrund der US-Sanktionen vom Dezember 2019 gestoppt und erst nach monatelangem Stillstand zuletzt wieder aufgenommen. Nach dem jüngsten Abschluss der Rohrverlegung in deutschen Gewässern will der Pipelinebetreiber in diesem Monat den Bau in dänischen Gewässern fortsetzen.

Bereits drei Rückzieher im Januar

Zurich wäre das dritte Unternehmen in diesem Monat, das sich aus dem Projekt zurückzieht. Aus der Sorge heraus, den Zugang zum US-Markt zu verlieren, stoppten bereits ein Zertifizierer, Norwegens Det Norske Veritas Holding AS, und die dänische Ingenieursberatungsfirma Ramboll ihr Engagement. Ein Sprecher von Zurich lehnte aus Vertraulichkeitsgründen eine Stellungnahme zu den Kundenbeziehungen ab. Das Unternehmen verfüge über ein umfassendes Compliance-Regelwerk und halte sich an sämtliche geltende Sanktionsbestimmungen, merkte er an. (bloomberg 18.01.21/hzi/kbo)

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