Die Zurich Insurance Group (Zurich) hat drei Gewinner ihres diesjährigen Startup-Wettbewerbs vorgestellt. Gegenüber dem Vorjahr, als 450 Startups aus der ganzen Welt in den Wettbewerb gekommen waren, hat sich die Anzahl der Startups, die jetzt mitmachten, verdreifacht. Deswegen mussten bei Zurich auch die internen Prozesse ausgebaut werden, weil sich in diesem Jahr sehr viel mehr Startups gemeldet hatten.

Die Auszeichnung in Gold der zweiten Zurich Innovation Championship geht an ClaimFlo, eine Plattform zur Abwicklung von Schaden- und Unfallansprüchen, entwickelt vom New Yorker Unternehmen Safekeep. Das Claims Management gehört – neben dem Underwriting – zu den Kernprozessen einer Versicherung. Was kann hier ein Startup besser als die kumulierte Erfahrung der Versicherungswirtschaft? «Es gibt bei der Schadenbearbeitung weiterhin sehr viele manuelle Entscheidungen», sagt Jeff To, CEO von ClaimFlo, im Gespräch. «Damit ist es auch schwierig, Prozesse zu skalieren.» Hinzu kommt eine ausserordentlich hohe Regulierungsdichte. «Alleine in den USA müssen für die Schadenbearbeitung mehr als 3000 Regeln beachtet werden», so To. Hinzu kommen weitere unterschiedliche Bestimmungen in den einzelnen Bundesstaaten. ClaimFlo hat eine Lösung entwickelt, die die Schadenregelungs-Entscheidungen automatisiert. In enger Zusammenarbeit mit Zurich hat man sich auf erste Anwendungsfälle konzentriert, die sich für die Versicherung rasch finanziell auszahlen. «Es gibt keinen Ersatz für eine sehr enge Zusammenarbeit», so To. «Wir haben bei diesen Prozessen die Herausforderungen für Endkunden und die Schadenbearbeiter von Versicherungen sehr genau angeschaut und uns dann auf eine Lösung mit möglichst hohem Nutzen konzentriert.» So würden nicht nur die Regulierungsvorschriften bei der Lösung berücksichtigt. Auch lassen sich die Abläufe in Echtzeit mitverfolgen. «Junge Sachbearbeiter werden somit in die Lage versetzt, für ihre Versicherung so zu arbeiten, wie das sonst nur die sehr erfahrenen Berufsleute machen», verspricht To. Und die Fallbearbeiter könnten sich auch mehr um die komplexen Fälle kümmern. «Zurich ist mit dieser Lösung anderen weit voraus», sagt To, «längerfristig sehen wir grosse Möglichkeiten, dieses Modell weiter zu skalieren.»