Verliert Warren Buffett die Nerven? Der oft als «Orakel von Omaha» bezeichnete Investor, dem schier nie eine Investition oder eine Firmenübernahme misslang, bricht sein eigenes Tabu. Wie verschiedene US-Medien berichten, steht bei seiner Firma Berkshire Hathaway ein Aktienrückkauf an – der erste, seit Buffett das Unternehmen 1965 übernommen hat.

Der Grund für den Schritt: Der Star-Investor hält die Aktien des Konzerns offenbar für unterbewertet. Im Februar dieses Jahres hatte der Wert der A-Aktien noch bei über 130'000 Dollar gelegen – pro Stück. Das Allzeithoch lag im Jahr 2007 sogar bei rund 152'000 Dollar. Das macht sie zur teuersten Aktie der Welt. Wer als Normalsterblicher Anteile an der Firma halten will, kann sich an die B-Aktien halten. Diese liegen bei rund 70 Dollar.

Buffett bekam Krise zu spüren

Doch die Ausverkäufe an den weltweiten Aktienmärkten bekam nun auch Buffett zu spüren. Der Kurs rutschte nach und nach, bis er in der vergangenen Woche unter 100'000 Dollar lag – und zwang den Investor zum Handeln.

Einen Aufschlag von maximal 10 Prozent des Buchwertes ist Buffett zu zahlen bereit. Der beträgt rund 98'000 Dollar pro A-Aktie.  Die Ankündigung verfehlte ihre Wirkung nicht: Der Kurs der Berkshire Hathaway-Werte stieg wieder auf über 100'000 Dollar.

Als Buffett das Unternehmen in den 1960er Jahren erwarb, war es noch eine kleine Textilfirma. Inzwischen hat er es zu einem regelrechten Imperium hochgewirtschaftet: Kleidung, Schmuck, Nahrungsmittel, Finanzinstitute - in allen Bereichen hat Berkshire Hathaway die Hände im Spiel. Ausserdem hält der Konzern wesentliche Anteile an Coca Cola. Zuletzt sorgte Buffett mit einer Beteiligung an der Bank of America für Aufruhr.

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(tno)