Besitzer von amerikanischen Technologietiteln haben allen Grund zur Freude. Der Aktienindex Nasdaq Composite kletterte in den vergangenen Wochen stetig nach oben. In dem Index sind mehr als 3000 Unternehmen aus der US-Technologiebranche gelistet, darunter Giganten wie Google, Amazon und Apple.

In den vergangenen zwölf Monaten schaffte der Nasdaq Composite ein Plus von über 20 Prozent. Ende April knackte der Index gar einen 15 Jahre alten Rekord: Er stieg auf 5109 Punkte und notierte somit deutlich höher als bei seinem letzten Allzeithoch von 5048,62 Punkten im März 2000. Heute notiert der der Index gar bei gut 5083 Punkten.

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Die «Schweizer Apple-Aktie»

Angesichts der Party an der US-Technologiebörse fragen sich immer mehr Anleger, ob es noch sinnvoll ist, einzusteigen. Allerdings müssen hiesige Investoren gar nicht zwingend nach Übersee schauen, um spannende Technologietitel zu finden. Solche gibt es auch hierzulande – zum Beispiel die Aktie des Halbleiterherstellers AMS, gewissermassen die «Schweizer Apple-Aktie».

Zwar ist das Unternehmen österreichisch, aber es ist an der Schweizer Börse kotiert. Und die Kursentwicklung scheut den Vergleich mit Apple ganz und gar nicht. Seit Anfang 2010 stieg der Valor um fast 1200 Prozent, Apple schaffte in dieser Zeitspanne knapp einen Drittel dieser Rendite.

Eng verknüpft mit Apple

Der erstaunliche Erfolg des Unternehmens aus Unterpremstätten in der österreichischen Steiermark ist eng verknüpft mit der Erfolgsgeschichte des Hightech-Giganten aus dem kalifornischen Cupertino. Denn AMS ist einer der wichtigsten Apple-Zulieferer, der unter anderem Lichtsensoren für die neuste Version des iPhone und die Smartwatch von Apple liefert. Auch der südkoreanische Konkurrent Samsung, einer der grössten Smartphone-Hersteller weltweit, zählt zu den Kunden von AMS. «In dieser Branche wird richtig Geld verdient», heisst es dazu in einer Analyse der Neuen Helvetischen Bank. Das erkenne man auch an den Geschäftszahlen von AMS.

Die konnten sich zuletzt sehen lassen. Mit den Geschäftszahlen für das erste Quartal 2015 hat AMS die Markterwartungen deutlich übertroffen. «AMS zeichnet sich weiterhin durch starkes Wachstum aus», sagt Andreas Müller, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Aktienkurse haben weiterhin Potenzial

Auch für das zweite Quartal sind die Aussichten positiv. AMS stellt Umsätze von 165 bis 170 Millionen Euro in Aussicht. Das wäre eine immense Steigerung gegenüber dem Vorjahresquartal, als der Umsatz erst bei 106,3 Millionen Euro lag. Entsprechend habe auch der Aktienkurs von AMS noch Potenzial, sagt Urs Beck, Fondsmanager des New Capital Swiss Select Equity Fund bei der Vermögensverwaltung EFG. «Die Firma wächst unglaublich stark, ist dabei aber noch relativ klein», sagt Beck.

Das positive Marktumfeld im Technologiesektor und weitere Produktinnovationen dürften dem Halbleiterhersteller weiterhin Rückenwind geben, erwartet der Fondsmanager. «Ein Risiko wäre, wenn der grösste Kunde wegbricht. Das ist allerdings unwahrscheinlich.» Schliesslich verfügt AMS über eine riesige Produktpalette, ist technologisch führend und hat neben Apple und Samsung weitere Kunden, die für eine konstant hohe Nachfrage nach Produkten des Unternehmens sorgen.

Berechtigte Wachstumsphantasien

Neben Technologiegrössen wie Apple und Samsung beliefert AMS auch die Automobilindustrie sowie Hersteller von Medizintechnik und Industrieprodukten mit Chips und Sensoren. «Sämtliche Wachstumsphantasien sind deshalb berechtigt», sagt Beck. Das sehen auch andere Marktbeobachter so. Michael Foeth etwa, Aktienanalyst von Vontobel Research, rät zum Kauf der AMS-Aktie und hat das Kursziel für den Valor kürzlich von 41 auf 43 Franken erhöht. Dieses Ziel hat der Titel bereits übertroffen. Auch von anderer Seite hagelt es Kaufempfehlungen, etwa seitens der Analysten von Main First, UBS und Kepler Chevreux, deren Kursziel sogar schon bei 60 Franken liegt.

Trotz den rasanten Kurssteigerungen der vergangenen Monate können Anleger bei der AMS-Aktie also nach wie vor gezielt zugreifen – und wer schon Titel besitzt, sollte sie noch eine Weile behalten. Günstig sind die Aktien der Österreicher allerdings nicht mehr. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt mittlerweile bei 27. Trotz der bereits hohen Bewertung lohne sich der Valor «absolut», betont EFG-Fondsmanager Beck: «AMS hat ein Alleinstellungsmerkmal. An der Schweizer Börse gibt es im Technologiebereich keine vergleichbar starke Aktie.» Das spricht für eine Fortsetzung der Kurs-Party.