In den letzten Jahren ist weltweit eine Milliardenindustrie rund um legales Cannabis entstanden. Auch in der Schweiz konsumieren viele Menschen sogenanntes Cannabidiol (CBD), das nur beruhigt und nicht berauscht. Manche Länder und US-Bundesstaaten haben aber auch berauschendes Cannabis - Marihuana - legalisiert. Diese unübersichtliche Lage stellt Banken vor ein Problem.

Sie riskieren, unabsichtlich in Finanzprodukte zu investieren, die Verbindungen mit dem Geschäft um Marihuana oder CBD haben – und dadurch gegen in einigen Ländern gegen Gesetze zu verstossen.

Die SIX hat hier eine Marktlücke gewittert. Sie lanciert einen Service, bei dem sie rund 30'000 Wertpapiere auf Marijuana Related Businesses – Unternehmen mit Verbindungen zu Marihuana – durchleuchtet. Es gehe bei dem Angebot nicht nur darum, einen Gesetzesverstoss zu vermeiden, schreibt die SIX. «Einige Anleger möchten nicht, dass ihr Geld in moralisch sensitive Geschäftsfelder wie Alkohol, Tabak und Freizeitdrogen investieren wird.»

Die SIX offeriert bereits ähnliche Angebote. So hilft sie Kunden beispielsweise, unabsichtlich in Unternehmen zu investieren, die gegen Sanktionen verstossen. Die SIX ist in der Schweiz vor allem als Betreiberin der Börse bekannt. Sie ist aber auch weltweit als Finanzdatenanbieterin tätig.

(mbü)