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Fonds-Ranking
Die besten Schweizer Aktienfonds

Börsentableau: Kurse steigen auf breiter Front. Keystone

Indexierte, passive Anlagen haben immer mehr Fürsprecher. Aktiv verwaltete Anlagen gelten als teuer und weniger rentabel. So ganz stimmt das nicht.

Von Peter Manhart
am 17.05.2017

Die Kritik der Anleger ist typisch: Fondsmanager, die aktiv Investitionsentscheide fällen, erreichen das selbstgesteckte Ziel – langfristig eine bessere Rendite als der Referenzindex zu erzielen – meist nicht. Doch stimmt das auch? Ifund Services untersucht für die «Handelszeitung» jährlich die Kursentwicklung der für Privatanleger zum Vertrieb zugelassenen Fonds in der Schweiz; und erneut zeigt sich: Es gibt sehr wohl Fonds, die deutlich besser als ihre Benchmark abschneiden.

Sortiert sind die Ranglisten nach der Kursentwicklung über fünf Jahre – einen so langen Anlagehorizont sollten Investoren mindestens mitbringen, wenn sie in Wertpapiere ­investieren. Werden die Resultate auf die einzelnen Anlageklassen herunterge­brochen, fällt auf, dass Fondsmanager besonders in wenig liquiden und «exo­tischen» Märkten Mehrwert liefern. In der Kategorie «Aktien Schweizer ­Nebenwerte» haben rund zwei Drittel der untersuchten Fonds besser als die Benchmark SPI Extra abgeschnitten.

Schweizer Nebenwerte sind top

Die erst- und zweitplatzierten Blackrock- und Pictet-Fonds erzielten in fünf Jahren eine rund 40 Prozent höhere Rendite als der Referenzindex. Hinzu kommt, dass auf den SPI Extra keine kotierten ETF und ­ausserbörslich gehandelten Indexfonds angeboten werden. Im laufenden Jahr hat Marc Possa mit dem SaraSelect die Nase vorn. Seine grössten Positionen sind zurzeit: Bossard, Also und Bobst.

Keine andere Kategorie hat sich auch nur annähernd so gut wie «Aktien Schweizer Nebenwerte» entwickelt. Besonders schmerzhaft muss es daher für Anleger sein, die auf den Swisscanto-Fonds mit ISIN CH0116687838 gesetzt haben. Nach fünf Jahren resultiert für ­Anleger gerade einmal ein Plus von aufgerundet 75 Prozent (SPI Extra: plus 106 Prozent). Immerhin behauptet sich der Fonds seit Anfang Jahr im Mittelfeld.

Von allen untersuchten Fonds hat ein Produkt auf europäische Aktien die beste Rendite erzielt: Mehr als 180 Prozent ­legte der Blackrock-Fonds in den vergangenen fünf Jahren zu. Apropos zu – leider ist das Anlagevehikel von David Tovey derzeit für weitere Anteilszeichnungen geschlossen. Besonders beeindruckend ist die Performance mit Blick auf den Euro Stoxx 50 – im selben Zeitraum betrug der Zuwachs des Index in Schweizer Franken weniger als 40 Prozent. Von 267 in dieser Kategorie und diesem Zeitraum untersuchten Fonds schnitten 211 nach Kosten besser als der Benchmark ab.

Anlagephilosophie verstehen

Die Renditebandbreite der untersuchten Fonds in den einzelnen Kategorien ist zum Teil immens. Das erklärt die steigende Beliebtheit indexierter Anlagestrate­gien. Passive Produkte liefern das Versprochene, aber nicht mehr. Wer auf Alpha aus ist, kommt nicht an aktiven Fonds vorbei. Bei der Wahl des individuell passenden Produkts sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Anlagephilo­sophie der eigenen entspricht. Wer versteht, weshalb sich ein Fonds schlechter als die Benchmark entwickelt, kann die Minderrendite besser akzeptieren.

Mehr zum Thema und das grosse Ranking in allen neun Kategorien lesen Sie in der neuen «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.

 

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