Ein milder Wind, der struppige Palmen zaust. Kokosnüsse, die mit einem dumpfem «Plop» auf den Strand fallen. Geschrei der Zikaden, das in der Nacht selbst die Brandung übertönt. St. Martin, am nordöstlichen Rand der Kleinen Antillen, ist voller karibischer Klischees. Umgeben von einem badewannewarmen Meer, dessen Strömung die Boote an der Küstenkette der weissen Villen vorübergeleiten lässt wie zu einer Werbetour der Inselmakler. Ein Paradies, das nicht nur in den Hochglanzprospekten vorkommt, die überall zum Immobilienerwerb durch Millionäre ausliegen, sondern ganz wirklich ist.

Wie Perlen an einer Kette ziehen sich von Kuba bis Aruba hunderte Inseln in einem über 3.000 Kilometer langen Bogen durch die karibische See. Mit Stränden wie Puderzucker und einem Klima, das zum dauerhaften Bleiben einlädt. Unter Promis ist die Karibik schon seit Jahrzehnten «in». Pop-Legende Paul McCartney verbringt seine Urlaube gerne auf Antigua. Auch Camilla Parker-Bowles, Ehefrau von Thronanwärter Prinz Charles, zieht es immer wieder hierher. 

Auf betuchte Gäste ist man eingestellt

In der ehemaligen britischen Kronkolonie ist man auf betuchte Gäste und deren Wünsche eingestellt. Ebenso wie in Barbados, wo Amber Rose oder Mariah Carey sich gerne eine Auszeit gönnen. Wem besonders an Privatsphäre gelegen ist, der residiert am besten gleich auf einer Privatinsel. Sir Richard Branson startete 1979 den Trend, als er die Privatinsel Necker Island erwarb. Später tat es ihm Johnny Depp gleich, als er während der Dreharbeiten zu «Fluch der Karibik» sein eigenes Bahamas-Eiland namens Little Hall's Pond erwarb.

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Aber es muss ja nicht eine ganze Insel sein. In der Karibik entstehen derzeit viele neue Developments und Condo-Hotelprojekte, in die sich europäische Investoren einkaufen können. Eines der Highlights etwa ist «The Cove» auf Paradise Island in den Bahamas mit 600 luxuriösen Suiten. Auch die Dominikanische Republik entwickelt sich stetig weiter zur Luxus-Destination und verkündet ein Mega-Projekt nach dem anderen. In Punta Cana entstand in den letzten Jahren auf einer gigantischen Fläche von 12.000 Hektar mit fünfeinhalb Kilometern Strand das grösste Luxus-Resort der Karibik, in dem Appartments und Häuser für solvente Käufer angeboten werden.

Dutzende Villen entstehen

Auch St. Kitts, in der östlichen Karibik gelegen, bietet mit Resorts wie Silver Reef, Sundance Ridge, Vista Villas, Manor by the Sea oder Sunrise Hills Villas eine ganze Reihe interessanter Projekte. Eine attraktive Adresse für ein Immobilieninvestment ist auch Christophe Harbour im Südosten der Insel. Hier entstehen derzeit Dutzende Villen, angesagte Preise starten bei 450.000 Dollar. Geplant sind ein Yachthafen mit angrenzendem Dorf sowie zwei Fünf-Sterne-Hotels, ein Privatclub und ein Golfplatz. Sechs abgeschiedene Strände und 20 Kilometer Küstenstreifen sorgen für Karibik-Feeling pur.

Fast jede Insel der Karibik hat eigene Grund- und Hauskaufgesetze. Bei einem Immobilienkauf sollte daher immer ein Anwalt eingeschaltet werden. Der prüft den Grundstückstitel, ob der Verkäufer auch tatsächlich der alleinige Eigentümer und die Immobilie belastungsfrei ist. Auf manchen Inseln gibt es für Ausländer Beschränkungen bei der Grundstücksgrösse. Grundsätzlich aber sind Ausländer als Immobilienkäufer überall in der Karibik willkommen. Auch werden Daueraufenthaltsgenehmigungen in der Regel problemlos erteilt.

Schutz vor Hurrikans

Bei Billighäusern ist freilich Vorsicht geboten. Manche von ihnen halten dem zweiten Tropensturm schon nicht mehr stand. Neben tropen- und hurrikangerechter Bauqualität ist bei Karibik-Immobilien Sicherheit das wichtigste Kriterium beim Hauskauf. Generell sollten Wohnanlagen rund um die Uhr einen Security Service bieten und eine geregelte 24-Stunden Strom- und Wasserversorgung garantieren. Die Kosten dafür halten sich angesichts des niedrigen Lohnniveaus mit jährlich 2.000 bis 5.000 US-Dollar aber in Grenzen.

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Generell sind die Immobilienpreise im «Mittelmeer der Amerikaner» stark von der Konjunkturlage der USA und dem Dollarkurs abhängig. Um beides stand es in den vergangenen Jahren nicht zum Besten – und so fielen im Zuge der Finanzkrise die Immobilienpreise in der Karibik um rund 30 Prozent. Parallel zur Markterholung in den Vereinigten Staaten scheint aber auch die Inselregion zumindest in Teilen die Talsohle durchschritten zu haben «Der Immobilienmarkt in der Karibik wird derzeit vor allem von Käufern im Luxussegment angetrieben», bestätigtJames Andrews von der Immobilienberatungsfirma Integra Realty Resources in Orlando/Florida. Parallel dazuaber hätten manche Inseln noch immer unter den Nachwirkungen der Krise zu leiden. «Da sind die Preise immer noch im Keller.» Übersetzt heisst das vor allem für Franken-Zahler: Der Zeitpunkt, in eine Karibik-Immobilie zu investieren, ist derzeit immer noch gut.

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Wer in der Karibik möglichst günstig eine Ferienimmobilie erwerben möchte, für den ist Dominikanische Republik ein guter Tipp. Doch Hauskäufer sollten hier auf eine relativ hohe Kriminalitätsrate und Korruption gefasst sein. Sicherer sind die niederländischen ABC Inseln Aruba, Bonaire und Curacao. Zudem findet man auf den Inseln eine gut ausgebaute, fast schon europäische Infrastruktur.

Niedrige Kriminalitätsraten weisen auch die kleinen und wohlhabenden Inseln und Inselgruppen wie Montserrat, Cayman Islands, Bermuda, British Virgin Islands und Dominica auf. Die Superreichen zieht es vor allem nach St. Barts. Die britische Marktforschungsgruppe Savills Research hat eine Liste der Top-20 der beliebtesten Standorte für Luxusimmobilien weltweit ermittelt.  Demnach liegt St. Barts mit rund 14 Millionen Euro für eine markttypische Villa mit fünf Schlafzimmern auf den Tisch auf Platz 3. Mit Barbados und Canouan bringen es zwei weitere Karibik-Inseln auf die Nobel-Liste.

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Bevor man sich allerdings für eine bestimmte Insel der Karibik entscheidet, sollte man nach Ansicht der bekannten Immobilienexpertin und Reisejournalistin Sarah Greaves-Gabbadondie bevorzugten Destinationen per Insel-Hopping genauer kennen lernen. «Wenn Sie vorhaben, irgendwann selbst über längere Zeit in ihrem Ferienhaus oder Appartement zu leben, wählen Sie eine Destination, wo Sie sich wohl fühlen – und schauen Sie weniger auf den kurzfristigen potentiellen Wertzuwachs.»

Tipps zum Kauf

Ausländische Investoren können in vielen Ländern der Karibik in der Regel unbegrenzt Eigentum erwerben. Das Risiko beim Immobilienerwerb ist sehr gering, wenn Sie einen seriösen Rechtsanwalt und einen zuverlässigen Landvermesser  beauftragen.

Prüfung des Titels
Lassen Sie grundsätzlich den Grundstückstitel von einen Anwalt auf Lastenfreiheit beim zuständigen Katasteramt überprüfen. Der Grundbuchauszug enthält die genaue Beschreibung der Lage der Immobilie, des Eigentümers, Eintragungen wie Hyptotheken, Grunddienstbarkeiten.

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Überweisung auf Treuhandkonto
In der Regel wird das Geld zum Eigentumserwerb vom Käufer auf ein Treuhandkonto eines Notars überwiesen. Der Betrag wird nach Unterzeichnung des Kaufvertrages dem Verkäufer überwiesen.

Gängige Nebenkosten
Meist fällt eine einmalige Grunderwerbssteuer zwischen 3 Prozent und 7 Prozent an. Die Notariatsgebühr kann darüber hinaus mit 1 Prozent des Kaufpreises zu Buche schlagen.

Staatsbürgerschaft durch Investition
Wer mindestens 400.000 US-Dollar investiert, kann unter gewissen Voraussetzungen etwa Staatsbürger von St. Kitts und Nevis werden. Ähnliche Angebote machen die Inselstaaten Antigua und Barbuda, Grenada und Dominica.