Am Donnerstag entschied das südkoreanische Verfassungsgericht, dass Ehebruch künftig nicht mehr als Verbrechen geahndet werden soll. Das Verbot sei unvereinbar mit den Persönlichkeitsrechten und deshalb verfassungswidrig, urteilten die Richter.

Konservative Stimmen warnten vor diesem Schritt: Der Staat fördere damit den Sprung ins fremde Bett. Progressivere Experten halten dagegen, dass in Ländern, wo dieser Schritt gemacht wurde, die Ehebruch- oder Scheidungsraten nicht beeinflusst wurden.

Kondom-Aktien gehen durch die Decke

Ein Industriezweig hofft aber, dass die Koreaner nun massenweise der Untreue frönen: die Kondom-Industrie. Nach dem Urteil gingen die Aktien des populärsten südkoreanischen Kondomherstellers, Unidus, durch die Decke. Die Titel legten am Donnerstag um 15 Prozent zu. Höhere Tagesgewinne dürfen die in Seoul gelisteten Titel gar nicht verzeichnen.

Die Titel von Hyundai Pharmaceuticals, der Pharmasparte des südkoreanischen Megakonzerns, legten ebenfalls fast zehn Prozent zu. Kein Wunder: Hyundai Pharmaceuticals produziert die «Pille danach» und Schwangerschaftstests.

(ise)

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