Die Immobilienpreise in München sind massiv überbewertet. In Toronto, Amsterdam, Frankfurt oder Paris kosten Wohn-Liegenschaften ebenfalls gefährlich viel. In Zürich und Genf sind die Eigenheim-Preise zwar sehr hoch, es herrscht aber noch keine Blasengefahr: Dies einige Aussagen, die sich aus einer neuen UBS-Studie ziehen lassen.

Der «UBS Global Real Estate Bubble Index» untersuchte die Preise von Wohnimmobilien in 24 Metropolen von Sydney über Mailand bis San Francisco. Heraus kam, dass London in der aktuellen Untersuchung nicht mehr in der «Blasenzone» ist – während sich die konkurrierenden Finanzplätze Paris und Frankfurt plötzlich in den roten Bereich wiederfinden.

Für spekulative Interessenten: Singapur, Boston und Mailand gelten in den Augen der UBS-Analysten als «fair bewertet», in Chicago sind die Eigenheime sogar unterbewertet.

Tendenziell sind die Preise in den Metropolen (inflationsbereinigt) während der letzten vier Quartale zum Stillstand gekommen, meldet die UBS weiter: «Nur in Boston, Moskau sowie den Städten der Eurozone verteuerten sich Wohnimmobilien noch deutlich. Waren Preisanstiege im tiefen zweistelligen Bereich in den letzten Jahren weltweit noch an der Tagesordnung, so hatte Frankfurt in diesem Jahr als einziger Markt ein so hohes Wachstum zu verzeichnen.»

Die Zinsen sind gar nicht so entscheidend

Der weltweite Rückgang der Zinsen werde den Immobilienmärkten keinen neuen Impuls geben, kommentiert Claudio Saputelli, Head of Real Estate von UBS Global Wealth Management: «Denn in vielen Städten sind Hypothekarzinsen nicht der Flaschenhals bei Eigenheimkäufen. Vielmehr fehlen den meisten Haushalten schlicht die nötigen Eigenmittel, um die Finanzierungskriterien der Banken zu erfüllen. Dies stellt unserer Meinung nach eines der grössten Risiken für Immobilienwerte in urbanen Zentren dar.»

Anzeige

Im Schweizer Markt gestehen die UBS-Experten den Zinssätzen allerdings noch eine erhebliche Bedeutung zu: Im Grossraum Zürich sei die Nachfrage nach Wohneigentum durch tiefe und weiter sinkende Hypothekarzinsen sowie die robuste regionale Wirtschaft gestützt. Tendenziell hätten sich die Zürcher Eigenheimpreise noch etwas weiter vom Landesdurchschnitt abgekoppelt. Der Markt sei «deutlich überbewertet.» So habe Zürich im internationalen Vergleich das grösste Preis-Miet-Verhältnis aller Städte. 

Und so habe Zürich nun auch Genf sowohl beim Preis- als auch Bewertungsniveau überholt. Am Lac Léman sind die Preise nun auf einem etwas tieferen Niveau als 2012, wenngleich weiterhin überbewertet. «Es besteht ein erheblicher Mangel an Wohnraum und Genf profitiert von seinem internationalen Status, weshalb das Preisniveau zumindest mittelfristig nicht sinken dürfte», so die Mitteilung.

(rap)