Das Termingeschäft ist die herkömmliche Form der Absicherung von Fremdwährungsrisiken. Neben den klassischen Swap- und Forward-Geschäften sind heute zunehmend strukturierte Produkte gefragt, welche die Möglichkeit bieten, direkt an der Kursentwicklung von Währungspaaren zu partizipieren. Sie sind flexibel und kostengünstig und bieten je nach Produkt eine bedingte Outperformance.

Keine Prämienzahlung gefordert

Die Absicherung von Fremdwährungsrisiken ist ein oftmals vernachlässigter Aspekt bei der Geldanlage. Wer als Investor zum Beispiel eine IBM-Aktie gekauft hat, besitzt bereits eine Währungsposition im Dollar/Franken. Falls sich der Dollar/Franken um 10% abwertet, die IBM-Aktie sich jedoch nur um 5% aufwertet, resultiert ein Nettoverlust von 5%.

Ein anderes Beispiel ist bei der Exportindustrie zu finden. Wenn Waren ins Ausland - zum Beispiel nach Deutschland - verkauft und somit in Euro fakturiert werden, unterliegt der Exporteur einem Fremdwährungsrisiko im Euro/Franken.

Zunächst geht es also darum, sich der Risiken bewusst zu werden, um diese dann auch sinnvoll absichern zu können. Dafür sind strukturierte Produkte besonders gut geeignet. Ihr grosser Vorteil liegt darin, dass vorwiegend ohne Kosten, rein durch den gänzlichen oder teilweisen Verzicht auf Gewinn, eine sinnvolle und effektive Absicherung zu erreichen ist. Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen die wichtigsten Strategien respektive Produkte.

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Mit dem «Kick into Forward» kann der Anleger sein Währungsrisiko vollständig absichern und gleichzeitig eine bedingte Outperformance erwirtschaften. Eine Prämienzahlung ist nicht erforderlich. Solange der Wechselkurs ein gewisses Kursniveau (Kick-in Level) nie berührt, kann der Investor von einem Wechselkurs, der besser als der aktuelle Marktterminkurs ist, profitieren. Ein Beispiel: Als Dollar-Verkäufer hält der Investor zu Beginn eine Put-Option auf den Dollar resp. eine Call-Option auf den Franken zu einem festgelegten Ausübungspreis (Strike). Eine Absicherung ist in jedem Fall zum Strike (Worst-case-Kurs) gewährleistet. Falls die Barriere während der Laufzeit nicht berührt oder überschritten wird, kann der Investor beim Verfall Dollar entweder zum Strike oder zum Marktkurs verkaufen - je nachdem, welcher Kurs vorteilhafter ist. Falls die Barriere berührt wird, ist der Anleger verpflichtet, Dollar gegen Franken zum Strike zu verkaufen, auch wenn dieser im Vergleich zum aktuellen Marktterminkurs unvorteilhafter ist. Vorwiegend wird dieses Produkt von institutionellen Investoren genutzt.

Ein ebenfalls oft eingesetztes Produkt ist der «Risk Reversal». Dieser gilt als konservatives Absicherungsinstrument, welches einen vollständigen Schutz gegen Währungsverluste gewährleistet. Gleichzeitig erlaubt das Produkt, bis zu einem gewissen Cap Level prämienfrei an einer vorteilhaften Marktentwicklung des Basiswertes zu partizipieren. Ein Beispiel: Als Verkäufer von Dollar hält der Investor zu Beginn eine Put-Option auf den Dollar (respektive eine Call-Option auf den Franken), zu deren Strike der Anleger jederzeit abgesichert ist (tieferer Strike = Worst-case-Kurs), und verkauft eine Call-Option auf den Dollar mit einem höheren Strike. Sollte sich der Dollar aufwerten, kann der Anleger von dieser vorteilhaften Marktentwicklung profitieren, jedoch nur bis zum höheren Strike (= Cap), welcher den höchsten Verkaufskurs (= Maximalkurs) darstellt, der mit dem Risk Reversal erzielt werden kann.

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Gut handelbare Mini Futures

Ein «Mini Future» schliesslich gibt dem Anleger die Möglichkeit, eine Position in der Höhe der Kontraktgrösse einzunehmen, welche der gegenteiligen Fremdwährungsposition entspricht. Der grosse Vorteil des Mini Future liegt in der kleinen Stückelung und der guten Handelbarkeit des Produktes. Somit ist der Anleger auf einfachste Weise gegen Währungsrisiken abgesichert. Diese Absicherung ist jedoch nicht kostenneutral, sondern es muss eine Sicherheit in Form einer Prämie geleistet werden. Es gibt noch diverse andere Absicherungsstrategien. Da einige der entsprechenden Produkte komplex sind, lohnt sich ein Gespräch mit dem Bankberater, um die bestmögliche Lösung zu finden - zugeschnitten auf das erwartete Marktszenario und die individuelle Risikopräferenz des Kunden.

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