Der Schweizer Aktienmarkt knüpft am Dienstagmorgen an seinen schwachen Wochenauftakt an und gibt erneut deutlich ab. Nachdem der SMI in der Vorwoche noch etwas mehr als 3 Prozent hinzugewonnen hatte, beträgt sein Minus seit Montag aktuell mehr als 2 Prozent. Die Abschläge werden vorwiegend mit Gewinnmitnahmen erklärt.

Händler zeigen sich zum Teil überrascht über die erneut deutlichen Verluste. Es fehle einfach an Anschlusskäufen nach den deutlichen Gewinnen in der Vorwoche. Bemerkenswert sei auch das tiefe Volumen, erklärt ein Börsianer. In einem solchen Umfeld reichten bereits wenige Gewinnmitnahmen, um die Kurse an breiter Front fallen zu lassen. Belastende Nachrichten etwa von der Zins- oder Währungsseite seien an diesem Morgen jedenfalls nicht auszumachen.

Schwergewichte im Minus

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 1,21 Prozent tiefer bei 8'816,66 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in welchem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 1,20 Prozent auf 1'324,94 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,13 Prozent auf 9053,07 Zähler nach. Von den 30 Blue Chips stehen abgesehen von Aryzta alle im Minus.

Die drei Schwergewichte Roche (-1,4 Prozent), Nestlé (-1,3 Prozent) und Novartis (-0,8 Prozent) üben mit ihren Verlusten erheblichen Druck auf den Markt aus. Dabei erhielt Novartis am Morgen zwar die EU-Zulassung für sein Herzmedikament Entresto. Der vorberatende Ausschusses (CHMP) der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hatte aber bereits eine Zulassungsempfehlung für das Mittel erteilt. Daher war die tatsächliche Zulassung erwartet worden, heisst es von Analysten.

Credit Suisse büssen weiter ein

Für die Experten der Credit Suisse könnte gerade die Gesundheitsbranche vor allem in den kommenden drei bis sechs Monaten in Bewegung kommen. Angefacht von dem Milliardenzusammenschluss in den USA, wo Pfizer mit dem Zukauf von Allergan zum grössten Pharmakonzern der Welt aufsteigt, dürften sich die M&A-Aktivitäten in der Branche verstärkt fortsetzen.

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Deutlich schwächer präsentieren sich auch Bankaktien. Julius Bär, Credit Suisse (beide -1,6 Prozent) und auch die UBS (-1,4 Prozent) fallen überdurchschnittlich zurück. Die CS-Titel hatten bereits am Montag mehr als 5 Prozent eingebüsst. Die Titel dürften in den kommenden Wochen eine volatilere Phase durchlaufen. Der Bezugsrechtehandel für die geplante Kapitalerhöhung läuft noch bis Anfang Dezember. Dass der Finanzchef der Cembra Money Bank (-0,1 Prozent), Antoine Boublil, ab kommendem Jahr bei der Credit Suisse die Position des CFO für die Universalbank Schweiz übernehmen wird, dürfte die Kurse der beiden beteiligten Banken derweil kaum beeinflussen.

Analystenkommentare belasten Swatch und Richemont

Klar im Minus stehen auch erneut Swatch-Aktien (-1,8 Prozent). Sie hatten am Montag schon zu den schwächsten Blue Chips gehört. Im Gleichschritt mit dem Konkurrenten fallen die Papiere von Richemont (-1,8 Prozent). Beide Aktien werden durch Analystenkommentare belastet.

Einziger Gewinner unter den Blue Chips sind aktuell die Valoren von Aryzta (+0,2 Prozent). Auf Jahressicht sind sie aber mit einem Verlust von annähernd 40 Prozent nach wie vor der schwächste Wert. Lonza und Syngenta (beide -0,3 Prozent) halten sich etwas besser als der Gesamtmarkt.

Comet sacken ab

Am breiten Markt sacken Comet-Aktien (-4,4 Prozent) deutlich ab. Die auf Röntgen-, Hochfrequenz- und ebeam-Technologie spezialisierte Gruppe hat wegen einer schwachen Nachfrage aus China die Prognosen für das Gesamtjahr 2015 reduziert.Bei Leonteq (-5,0 Prozent auf 153,00 CHF) belastet eine Aktienplatzierung. Diese gehörten ursprünglich dem Leonteq-Gründungspartner Michael Hartweg. Sie wurden zu 150 CHF platziert.

(awp/dbe/ama)