Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Mittag leichte Gewinne. Bei einem bisher orientierungslosem Geschäft startete der SMI in der Gewinnzone, um dann vorübergehend und wiederholt unter den Schlussstand vom Vortag zu fallen. Erst im Verlauf im Verlauf des Vormittag setzte sich der Leitindex etwas klarer in der Gewinnzone fest. Die Stimmung bleibe weiterhin fragil, hiess es zur allgemeinen Börsenlage.

Die Freude über die am Vortag von verschiedenen Notenbanken angekündigten Massnahmen zur Sicherung der Liquidität in dem zurzeit angespannten globalen Banken- und Finanzsystem war von kurzer Dauer. Die Schuldenkrise sei damit noch nicht gelöst, lautete schnell der Tenor unter den Kommentatoren. Entsprechend ist auch die Mehrheit der wichtigen europäischen Börsen schnell wieder in die Verlustzone gefallen.

Der SMI verdankt sein Plus vor allem der Reaktion der Anleger, in allgemeiner Unsicherheit vergleichsweise sichere defensive Werte zu suchen. Davon profitieren Novartis, Roche und Nestlé. Bis um 12 Uhr legt der Leitindex 0,74 Prozent auf 5694 Punkte zu. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 0,47 Prozent auf 857 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,53 Prozent auf 5158 Punkte.

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Versicherungen uneinheitlich

Vom anfälligen Sentiment gestützt zieren Novartis (+1,9 Prozent) die Tabellenspitze, während dahinter auch Roche (+1,3 Prozent) stark abschneiden. Die Gewinne des mit knapp 27 Prozent der SMI-Gewichtung schwersten Werts Nestlé sind mit +0,3 Prozent etwas moderater.

Unter den Top-Five sind nebst Kühne+Nagel und SGS (je +1,4 Prozent) auch ZFS (+2,0 Prozent) zu finden. Der Versicherer führt aktuell einen Investorentag durch, welcher nach wie vor im Gange ist.

Am Morgen hatte ZFS das langfristige, operative Eigenkapitalrendite-Ziel von 16 Prozent bestätigt. Sollten jedoch die Wirtschaftsperspektiven auf dem derzeitigen Stand bleiben, erscheine die Realisierung einer Rendite von rund 2 Prozentpunkten unter dem Zielwert realistischer, hiess es. Der Versicherer hat sich überdies zuversichtlich zur Dividendenpolitik geäussert. Analysten gehen nun davon aus, dass die Anleger mit einer Dividendenausschüttung auf Vorjahreshöhe rechnen können.

Von den weiteren Versicherungen ziehen noch Swiss Re (+0,5 Prozent) leicht an, während Bâloise (-0,2 Prozent) und Swiss Life (-1,2 Prozent) zurückgenommen werden.

Wechsel bei der UBS

Auch die Banken zeigen sich uneinheitlich: Während Julius Bär (+0,9 Prozent) klar zulegen, stehen CS kaum verändert und UBS (-0,7 Prozent) gehören zusammen mit Swiss Life und Geberit (-1,5 Prozent) zur Schlussgruppe.

Bei der UBS hat der neue Chef, Sergio Ermotti, damit begonnen, seine Führungsmannschaft umzukrempeln. Er ersetzt per sofort die bisherige Risikochefin Maureen Miskovic, die erst zu Jahresbeginn von Lehman Brothers zur UBS stiess, durch Philip Lofts. Dieser war bereits von November 2008 bis Dezember 2010 als Chief Risk Officer (CRO) der Gruppe tätig.

Die erneute Ernennung von Lofts zum CRO sei eine definitive und keine Interims-Lösung, erklärte ein Sprecher der Bank gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Und der Abgang von Miskovic stehe nicht im Zusammenhang mit den kriminellen Tätigkeiten eines Händlers in London, die der Bank einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar beschert hatten. Die Rochade an der Führungsspitze wird von den Analysten als neutral für die Aktienentwicklung eingestuft.

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Publigroupe brechen ein

Adecco (+1,1 Prozent) erhalten von einer Aufstufung durch die ING auf «Buy» von «Hold» und einer klaren Kurszielerhöhung etwas Unterstützung. Laut ING erfolgte die Aufstufung vor allem aus Bewertungsgründen.

Im breiten Markt brechen Publigroupe nach einer Gewinnwarnung und der Ankündigung einer weiteren Umstrukturierung des Bereichs Media Sales um gut 8 Prozent ein. Analysten sprachen indes von einem Schritt in die richtige Richtung.

Nach je einer kleinen Akquisition stehen Georg Fischer (+1,0 Prozent) etwas klarer und Sika minim im Plus.

(tno/rcv/awp)